Auf der Suche nach neuen Anlegerschichten

Sachwerte von Gastautor

Die Anzahl und Volumen der angebotenen Ansparfonds nehmen zu. Während im Jahr 2008 nur sechs Fonds mit der Möglichkeit zur ratierlichen Einzahlung emittiert wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 19. Zusammen machten sie 2010 rund 10 Prozent des emittierten Eigenkapitalvolumens aus. Die Erklärung für diese Entwicklung

Emissionshäuser und Vertriebe haben in den letzten Jahren zum Teil erhebliche Einbußen beim platzierten Eigenkapital hinnehmen müssen. Sie wollen daher neue und auch weniger vermögende Anlegerschichten für das Produkt „geschlossener Fonds“ erschließen.
Neben dem Problem, eine für unternehmerische Beteiligungen grundsätzlich falsche Anlegergruppe anzusprechen, besteht bei Ansparvarianten die Herausforderung darin, dass das Eigenkapital über viele Jahre verteilt in den Fonds fließt. Die Fondsgesellschaften haben zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: Sie können das Geld der Anleger sukzessive sammeln, um es bis zur Investition auf Geldmarktkonten zu vergleichsweise niedrigen Zinsen zu parken. Oder sie erwerben das Zielobjekt auf Kredit und nutzen dann die Monatsraten der Sparer für Zins und Tilgung des Darlehens. Der Nachteil dieser Zwischenfinanzierung ist die hohe Zinslast, die bis zur vollständigen Einzahlung des Eigenkapitals anfällt. Beide Investitionsvarianten überzeugen nicht und schmälern die Renditeerwartungen.
Die einzige sinnvolle Möglichkeit, mit dem ratierlichen Zufluss des Eigenkapitals umzugehen, besteht darin, ebenfalls sukzessive, dem Stand des eingezahlten Kapitals entsprechend zu investieren. Das ist bei einem Ein-Objekt-Immobilienfonds oder bei klassischen Schiffsbeteiligungen natürlich nicht möglich. Dachfonds und insbesondere Private-Equity-Fonds hingegen lassen kontinuierliche Investitionen zu. Diese Segmente sind daher am ehesten ein legitimes Betätigungsfeld für Ansparfonds.

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