BaFin-Chefin fordert Finanz-Ampel

Sachwerte von Christian Hilmes

Erst Prokon, dann Windwärts: Kleinanleger laufen Gefahr, sich mit Investitionen in Genussrechte und andere Finanzinstrumente, die sie nicht verstehen, um ihr Erspartes zu bringen. Das ruft Deutschlands oberste Anlegerschützerin Elke König auf den Plan.

Um Kleinanleger stärker zu schützen, fordert die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht jetzt eine Ampel für Finanzprodukte. „Ich könnte mir vorstellen, dass man Anlagen nach ihrer Komplexität und den damit verbundenen Risiken kennzeichnet“, sagte Elke König der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Umgesetzt werden könne das „in Form einer Ampel: Rot für hoch riskante Produkte, Gelb für weniger riskante und Grün für Anlagen mit relativ geringem Risiko.“ Zwar sei es schwierig, die Grenzen zu ziehen, doch „die Frage einer Ampel gehört auf die Agenda“, so König weiter. „Wir sollten die Idee ernsthaft prüfen, selbst wenn das bedeutet, dass wir Produkte und Anleger in Schubladen stecken.“

Prokon-Pleite mahnt zu Reaktionen
Der Windkraftbetreiber Prokon hatte im Januar Insolvenzantrag gestellt. Mehr als 75.000 Kleinanleger haben dort insgesamt 1,4 Milliarden Euro investiert. Vorwürfe aus den vergangenen Tagen, die BaFin habe schon vor Jahren Probleme bei Prokon erkannt, aber zu wenig unternommen, weist König in dem Beitrag zurück.

Die Politik müsse den „grauen Kapitalmarkt“ generell stärker regulieren, sagt König. „Wir müssen uns etwa fragen, welche Produkte über Wurfblätter im Briefkasten oder auch in der Straßenbahn beworben werden dürfen – und welche nur über professionelle Berater verkauft werden können.“ Auch sei  zu überlegen, „welche Finanzierungsformen unter Aufsicht gehören, vor allem wenn sie an Verbraucher vertrieben werden.“

Foto: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

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