Wenig Arbeit für den Ombudsmann

Investmentfonds von Christian Hilmes

Die Verbraucherbeschwerden über alle offenen Fonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sind 2013 zurückgegangen. Fondsumbudsmann Dr. Gerd Nobbe verzeichnete 74 Anträge. 2012 waren es noch 924 Eingaben, die meisten betrafen offene Immobilienfonds.

Informationen zu ihrer Arbeit veröffentlicht die Ombudsstelle zukünftig auch vierteljährlich in Kurzform. Das solle dem großen öffentlichen Interesse an Verbraucherschutzthemen Rechnung tragen. Einen detaillierten Tätigkeitsbericht gibt es daneben weiterhin jährlich.

Ihre Schlichtungsanträge können Verbraucher mit allen Rechtswirkungen auch per Fax oder E-Mail einreichen. Das war bislang nur per Brief möglich. Zudem informiert die am 17. Januar in Kraft getretene Verfahrensordnung nun auch über die verjährungshemmende Wirkung des Ombudsverfahrens.

Ombudsstelle für alle Kapitalanlageprodukte
Der Aufgabenbereich der Ombudsstelle erweitert sich damit auf alle Kapitalanlageprodukte des KAGB. Bislang erstreckte sich ihre Zuständigkeit nur auf offene Fonds nach dem Investmentgesetz. Das KAGB hatte 2013 das Investmentgesetz abgelöst und ein gemeinsames Regelwerk für offene und geschlossene Fonds geschaffen.

Wie berichtet, wurden die Kompetenzen des 2011 zum Fondsumbudsmann berufenen Dr. Gerd Nobbe mit den neuen Verfahrenregeln zu Jahresbeginn erweitert: Er kann Problemfälle, die einen Einzelfall mit einem Streitwert unter 10.000 Euro betreffen, selbstständig durch einen Schiedsspruch klären, der für die Gesellschaft bindend ist.

Deutsche Schlichter sind EU-weites Vorbild
Die anerkannten Schlichtungsstellen im deutschen Finanzsektor sind nach Ansicht der Berliner Ombudsstelle des Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) modellhaft. Bis Juli 2015 müssen alle EU-Staaten die Regelungen der Richtlinie über alternative Streitbeilegung (ADR) in innerstaatliches Recht umsetzen.

Indem die interne Bearbeitung von Kundenbeschwerden bei Fondsgesellschaften und Banken in Europa vereinheitlicht und verbessert wird, soll der Verbraucherschutz europaweit gestärkt werden. In deutschen Fondsgesellschaften gibt es bereits heute auf Grundlage des KAGB interne Beschwerdestellen für Verbraucher.

Foto: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.

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