Schutzbriefversicherer voran!

Versicherungen Berater Top News von Markus Rieksmeier

Das Kernkapital des ADAC ist das gleiche wie bei der Assekuranz: Schutz und Vertrauen. Letzteres hat der Automobilclub vorläufig verspielt. Während der ADAC an seiner Reputation arbeitet, könnten Schutzbrief-Versicherer Markt machen.

Den meisten Bürgern geht nicht um manipulierte Zahlen des ADAC, sondern um den Schutz. Das Wissen, dass jederzeit ein „Gelber Engel“ um die Ecke kommt, wenn das Auto streikt. Wenn man das nicht einen Versicherungsgedanken nennen kann, was sonst? Auf die Farbe des Helfer-Automobils oder seine Organisation kommt es nicht an. Es geht um Hilfe. Und da haben die Versicherer in Deutschland einiges zu bieten. Nicht nur Werber in den heiligen Hallen der Versicherer, auch der Vermittler vor Ort, hat nun genügend durchaus positive Gelegenheit, Kunden auf Versicherer-Dienste anzusprechen.

Als Alternative zum ADAC, es gibt ja auch noch den AvD und den gewerkschaftsnahen ACE, fahren die Versicherer ihre Assistance-Dienstleister auf: Angefangen bei der Allianz Global Assistance und Axa Assistance, gibt es auch noch die Huk- und die Europ-Assistance und andere: jeder Vermittler kennt "seinen" Dienstleister. Nicht zu vergessen die Schutzbriefe der Rechtschutzversicherer, die auch eine gewichtigere Rolle am Markt spielen könnten – wenn die Kunden mehr von den Produkten und Diensten der Assistance wüssten. Da lohnt die Ansprache des Kunden, denn für viele sind Versicherer (Assistance) und Automobilclub unterschiedliche Welten. Bisher.

Versicherer werden kontrolliert
Vielleicht hilft beim Kunden gerade aktuell dieser Hinweis: Versicherer werden kontrolliert und können unwichtige Zahlen wie zum „Gelben Engel“, aber auch wichtige Zahlen ihrer Bilanzen nicht fälschen. Wie beim Strom: Pannenhilfe kann gelb sein, muss aber nicht gelb sein. Bei Pannen kommt es nicht auf die Heerschar der 1700 Pannenhelfer des ADAC an, sondern auf die Zehntausenden Service-Fahrzeuge der Werkstätten, der Händler und der Werke.

Auch wenn sich der ADAC für das Jahr 2012 (wo sind die 2013er Zahlen?) rund vier Millionen Pannenhilfen auf die Fahne schreibt. Die meisten Pannen (die Batterie …) können auch „farblose“ Helfer erledigen. Außerdem sind viele Helfer froh, wenn sie „nicht von einem ADAC-Mitglied bestellt werden“, sagte jetzt ein ADAC-Partnerbetrieb gegenüber procontra, der seinen Namen hier nicht stehen haben will: „Der ADAC zahlt mir eine Mini-Flatrate für die Pannenhilfe, Versicherer zahlen mehr“. Also motiviert eine Assistance-Versicherung als Alternative zum ADAC nicht nur Kunden und Vermittler, sondern auch die KFZ-Betriebe. Und die müssen auch rechnen.

Foto: © Markus Mainka - Fotolia.com

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