Versicherer basteln am Geschäftsmodell

| Versicherungen von Stefan Terliesner

Branchentreffen: Um sich zu behaupten, bedarf es neuer Konzepte. Anbieter sollten nicht nur Tarife liefern, sondern Partner sein. Trend zur Einfachheit und Individualität.

Das Selbstverständnis der Assekuranz muss sich ändern. Nur dann bleiben Versicherer erfolgreich. Die aktuellen Herausforderungen seien aber zu bewältigen. Dies ist die Botschaft, die vom Kongress der Versicherungsforen Leipzig ausgeht. Anfang Dezember trafen sich führende Vertreter der Branche, um über die Zukunftsfähigkeit der Assekuranz zu diskutieren.

Laut Pressemitteilung zum Abschluss der Veranstaltung wies Markus Rosenbaum, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig, auf die Diskrepanz zwischen der Komplexität von Versicherungen und dem Kundenwunsch nach Einfachheit und Verständlichkeit hin. Kunden seien zunehmend mit der Unverständlichkeit und der Produktvielfalt der Versicherer überfordert, jedoch gelinge es der Assekuranz nicht, Komplexität in Einfachheit zu übersetzen. Dies führe zu einer Verunsicherung der Kunden, und obwohl Schutz und Sicherheit den Kern des Produktes Versicherung bilden.

Neue Wettbewerber

Ein mächtiger Treiber für Veränderungen sei die Option von Markteintritten durch Unternehmen anderer Branchen. Speziell digitale Unternehmen wie Google, die über zahlreiche relevante Verbraucherinformationen verfügten, würden Versicherer als Gefahr identifiziert. Hinzu komme die Finanzstärke von digitalen Unternehmen, die ebenfalls eine Bedrohung darstellen könne. Im Verlauf der Diskussion habe David Furtwängler, Hauptbevollmächtigter von BNP Paribas Cardif Deutschland, darauf hingewiesen, wie wichtig der direkte Zugang zum Kunden in Zukunft sein werde, selbst wenn dieser nicht mehr direkt über den Versicherer, sondern Partner entsteht.

Um sich hier zu behaupten, bedürfe es neuer Geschäftsmodelle, der Brückenschlag zwischen Online- und Offline-Kommunikation sei beispielsweise unumgänglich. Für die Vielfalt an Lebensmustern ihrer Kunden sollten Versicherer zudem individuelle Versicherungsmodelle lancieren. Kurz nach der Veranstaltung in Leipzig kam die für viele überraschende Nachricht, dass Google in Frankreich sein Kfz-Vergleichsportal abschaltet. An entsprechenden Plänen in Deutschland hält Google bisher aber fest. In anderen Ländern, darunter Großbritannien und die USA, betreibt Google Vergleichsportale für Versicherungen.

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„Entlernen“ alter Muster notwendig


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