Google mit Fehlzündung in Frankreich

| Versicherungen | Top News von Markus Rieksmeier

Nur drei Monate nach dem Start in Frankreich hat Google sein Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen schon wieder geschlossen. Genannt werden strategische Gründe. Nun steht die Frage im Raum, was Google in Deutschland tun wird.

„Wir haben unseren Auto-Versicherungsvergleich vorübergehend ausgesetzt“, liest der Internetbesucher, wenn er das französische Kfz-Vergleichsportal von Google anklickt. Diesen recht erstaunlichen Rückzieher erklärt Google mit den Hinweis, man wolle sich auf das Geschäft in angelsächsischen Ländern konzentrieren. So berichtet es das französische Versicherungsportal „L’Argus“ und ergänzt, Google wolle seine Investitionen entsprechend bündeln. 

Den Angaben von „L’Argus“ zufolge hat der Internetriese die Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Versicherern bereits Ende Oktober beendet. An der Zahl waren es acht Unternehmen. Weiter hätten „mit der Angelegenheit vertraute“ Mitarbeiter in Aussicht gestellt, Google würde in einem Jahr in Frankreich neu starten. Nach Erfolgen in den USA und England hatte die Branche, auch wenn sie sich öffentlich gelassen gab, vor einem Eintritt von Google in das Versicherungs-Geschäft gezittert. 

Portal nicht nutzerfreundlich
Allerdings hatten sich Branchenbeobachter durchaus darüber gewundert, dass Google seinen Deutschland-Dienst von „Google Compare“ auf 2014 verschiebt, obwohl ihm dabei das Jahresend-Geschäft durch die Lappen geht. Offenbar waren die Vorbereitungen nicht abgeschlossen. Und hieran könnte es auch in Frankreich gelegen haben. Neben kartellrechtlichen Problemen und Datenschutz-Diskussionen soll die Nutzerfreundlichkeit des französischen Google-Portals unbefriedigend gewesen sein, schreibt „L’Argus“. 

Nun säßen die acht Versicherungspartner von Google mit ihren als „hoch“ eingeschätzten Investitionen regelrecht auf dem Trocknen, was dem Image von Google als strategischer Vertriebspartner nicht gut tut. Auch Googles potenzielle (oder realen?) Versicherungs-Partner in Deutschland werden das Treiben aufmerksam beobachten. Billiger wird der Vertrieb von Kfz-Policen über Google nicht werden. Zum klassischen Kündigungstermin 30. November haben die Assekuranzen 15 Euro und mehr an Google bezahlt. Nicht als Provision - für einen Klick. Und nur etwa jeder hunderste "Klicker" kauft.

Foto: © Marius Graf - Fotolia.com

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