Recht in der Pflege

Versicherungen von Carla Fritz

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Neuerdings auch ein Thema für die Rechtsschutzversicherung. Ein Service, der sich mehr oder weniger rechnet.

Nur höhere Lebenshaltungskosten und Naturkatastrophen fürchten die Deutschen derzeit noch mehr als das Risiko, im Alter als Pflegefall zu enden. Diese Sorge treibt mehr als die Hälfte um. Im Vorjahr noch auf Rang fünf der Ängste-Skala, die die R+V alljährlich in einer Studie abfragt, liegt sie nunmehr mit dem stärksten Anstieg der erfassten 16 Ängste auf Platz drei. Gesundheit und Pflege sind ein Dauerbrenner. Und zunehmend auch ein Thema für Rechtsschutzpolicen. „Gerade im Bereich Vorsorgepflege wird momentan sehr viel Werbung gemacht. Da docken viele Rechtsschutzgesellschaften an. Sie übernehmen teilweise oder ganz die Kosten für den Anwalt, der eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht erstellt und dazu berät“, sagt Makler Bert Heidekamp aus Berlin.

Der Teufel steckt im Detail. Vor allem in den letzten zwölf Monaten ist in Bezug auf diese spezielle Beratungsleistung nach seiner Beobachtung am Rechtsschutzmarkt einiges in Bewegung gekommen. Im Detail muss man allerdings genau hinschauen: Nicht überall besteht hierfür freie Anwaltswahl. Einige Versicherer behalten sich vor, diesen zusätzlichen Service über ausgewählte Anwaltskanzleien oder Partneranwälte abzuwickeln, „was nicht unbedingt in den Bedingungen steht. Teilweise erfährt man dies nur auf Nachfrage.“ Eine Nachfrage hält Heidekamp im Übrigen auch für dringend geboten, was eine mögliche Anrechnung der Beratung als Schadensfall angeht. „Das ist Sache des Maklers, dies im Vorfeld zu klären.“ Er „siebt“ im Weiteren auch danach, ob die Gesellschaft hier auf die ansonsten übliche dreimonatige Wartezeit verzichtet – „längst nicht durchgängig der Fall. Manchmal läuft diese Möglichkeit auch nur als Aktion.“ Günstig, wenn außerdem auch die anwaltliche Beratung zur Generalvollmacht mit abgedeckt ist.

Außerdem: Nicht jede Gesellschaft übernimmt über die Anwaltskosten hinaus auch die des Notars, der für beglaubigte Schriftstücke unverzichtbar ist und bei Patienten- und Vorsorgeverfügungen deshalb teilweise auch eingeschaltet wird. Auch was Höhe und Häufigkeit der übernommenen Beratungskosten für die Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht angeht, gibt es Unterschiede. Je nach Anbieter sind es zum Beispiel 250 Euro pro Kalenderjahr oder 500 Euro einmalig pro Person oder 1.000 Euro pro Jahr insgesamt.

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Illustration: Roman Kulon

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