Pause bei Prüfberichten

Berater Sachwerte von Markus Rieksmeier

Finanzvermittler müssen für 2012 keinen MABV-Prüfbericht abgeben. Dies ergibt sich aus dem Übergang auf die Finanzvermittler-Verordnung. Künftig steigt allerdings der Umfang der Prüfungsberichte. Auch deren Kosten erscheinen derzeit noch unklar.

Der einmalige Ausfall des Prüfberichts nach dem Erlöschen der Makler- und Bauträgerverordnung (MABV) sei kein Versehen des Gesetzgebers, erläutern die Wirth-Rechtsanwälte in einer Information. Vielmehr habe dieser „offensichtlich bewusst“ eine Ausnahme für 2012 gebilligt. Für die Praxis sei „diese Lücke hinnehmbar“, schreiben die Anwälte, da die Prüfpflicht „früher meist rein formalistisch behandelt“ wurde. Seit Januar gilt für Finanzvermittler neben dem § 34f Gewerbeordnung die Finanzvermittler-Verordnung (FinVermV). Dort ist die Prüfpflicht im § 24 neu geregelt.

Vermittler von Fonds und Beteiligungen (jetzt nach § 34 f GewO) müssen in den neuen Prüfberichten für 2013 erweiterte Angaben zu den vermittelten Finanzgeschäften machen. Kurz gesagt muss der Vermittler für die Erlaubnisbehörde ein erweitertes Abbild der Beratungs-Dokumentation aufzeichnen. Hinzu kommen Aufzeichnungen zur Einhaltung von Informationspflichten – von der Statusinformation bis zur Übergabe des Produkt-Informationsblatts.

Gebührenentwicklung unklar
Mit einem zunehmenden Berichtsumfang steigt auch der Prüfaufwand für die Berichte der Finanzvermittler. Beim alten MABV-Prüfbericht kam mancher Vermittler kostenfrei davon, weil sein Pool oder Vertrieb den Prüfbericht bisher als Serviceleistung bot. Die Wirth-Anwälte gingen in einer Information zu dem Thema im Frühjahr von 300 bis 500 Euro Prüfkosten je Einzelvermittler aus. Der Gesetzgeber habe etwa 1.400 Euro Prüfkosten für die alten und etwa 200 Euro Zuschlag für die neuen Prüfberichte angegeben. Dies sei zu hoch gegriffen, meinen die Anwälte.

Testierfähig bei den Prüfberichten seien seit diesem Jahr neben Wirtschaftsprüfern auch Steuerberater. Weiter wird berichtet, aufgrund eines Schreibfehlers in der Finanzvermittler-Verordnung dürften nun auch Rechtsanwälte die Berichte prüfen. Voraussetzung sei, dass der Prüfer „Ahnung von der Materie hat“, schreiben die Wirth-Anwälte. Dennoch: Formal gesehen darf demnach jeder Anwalt prüfen. Über seine Fachkunde entscheidet der Anwalt selbstverantwortlich.

Foto: © olly - Fotolia.com

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