Was wird denn da gezwitschert?

Versicherungen procontra-Kolumnisten von Dr. Peter Schmidt

Die Kurznews auf Twitter, die Tweets mit den maximal 140 Zeichen, sind auch bei deutschen Versicherern von A bis Z und bei Maklern als Kommunikationsweg immer beliebter. Die Verbindung von Homepage, Blogs, Postings und Tweets nimmt zu. Interessant, was und wie da so gezwitschert, ge-twittert wird.

Verschiedene Untersuchungen der letzten Zeit haben sich mit den Tweets der Versicherer und Banken sowie den Tweets zwischen Kunden und Versicherern befasst. So wurde von steigenden Quantitäten und der erfolgreiche „Vorreiterrolle“ von einigen Direktversicherern mit Tweets sowie deren Verknüpfung mit diversen Internetforen berichtet.

Interessante Themenvielfalt der Tweets

Die Themenfelder der Tweets von Versicherern sind sehr differenziert. Aktuelle Studien- und Ratingergbenisse, Tipps aus dem Schaden-ABC, Rätsel und Lustiges (wenn auch mit kleinem Anteil) mischen sich mit Meldungen aus aller Welt oder auch sehr persönlichen Tweets der
Firmen-Twitterer an die Twitter-Community.

Bei letzteren „persönlich gefärbten“ Tweets stelle ich mir manchmal die Frage, ob das täglich fröhlichen „Guten Morgen“ in den Tag oder das
„Nice Weekend“ das ist, was Kunden von ihrem Versicherer erwarten.
Ist vielleicht Geschmackssache, für mich ist es eher an der Grenze des Anbieterns.

Kommen wir aber zu den Hauptthemen der Tweets aus dem seriöseren Bereich. Bei den größeren Versicherern dominieren da Informationen mit Versicherungsbezug aus aller Welt sowie Informationen aus dem Unternehmen selbst mit rund einem Drittel der Tweets. Das sind Informationen zu Zahlen und Ergebnissen aus Quartals- oder Jahresberichten, zu Ratingergebnissen, karitativen Engagements oder Versicherungsnews einer zuarbeitenden Content-Agentur, wie zu vermuten ist.  

Gefolgt wird dieser Themenblock von Serviceinformationen für die Kunden mit einem Anteil von ca. 20 Prozent. Inhalte waren in jüngerer Vergangenheit Informationen zum Hochwasser mit entsprechenden Hotlines für Geschädigte oder Gesundheitstipps zur Wärmeperiode. Mit diesen Tweets wird häufig auch ein Bezug zu Kunden-bindungsprogrammen oder Kundenmagazinen der jeweiligen Versicherer hergestellt. Auch regionale Kundenveranstaltungen von Regional-niederlassungen bei Sportveranstaltungen oder Mit-Mach-Wettbewerben finden sich in dieser Kategorie.

Interessant für mich bei dieser Untersuchung war, dass die Tweets bei Twitter eher offizielleren Charakter haben als die Postings bei Facebook oder Google+. Unter den „soften“ Kundenpostings bei Google+ sind dann auch Verlosungen von Karten zu Events, Prämienwerbungen, Tipps für Kulturveranstaltungen, Buchtipps oder Rätsel zum Testen der Intelligenz der User zu finden. Aber warum eigentlich nicht, Unterhaltung mögen fast alle Menschen.

Kleinere Themenanteile bei Twitter habe direkte Informationen für Medienvertreter (5 – 7 Prozent),  Ankündigungen neuer Produkte (ca. 5 Prozent)  sowie Verbindungen zu aktuellen Werbekampagnen der Versicherer.

Seite 2: Tweet- Häufigkeit: Zwischen Zufall und System?

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