Was ist los bei Assapp?

Berater Top News von Markus Rieksmeier

Das Softwarehaus Assapp ist seit einiger Zeit nicht zu erreichen. Die Geschäftsräume in Ettlingen sind geräumt, immer mehr Makler warnen und berichten von schlechten Erfahrungen.

Die Assapp AG in Ettlingen bei Karlsruhe bietet nach eigenen Angaben „seit 2007 revolutionäre Cloud-Verwaltungslösungen für Versicherungsmakler“. Nun ist das Unternehmen nach übereinstimmenden Informationen mehrerer Makler nicht mehr erreichbar. E-Mail-Anfragen würden nicht beantwortet. Telefonisch sei auch niemand erreichbar. procontra hat heute vergeblich versucht, das Unternehmen zu erreichen. Auch Vorstand Marco Burkart war auf dem Mobiltelefon nicht erreichbar. Eine Stellungnahme von Assapp konnte dadurch nicht eingeholt werden. 

Nach Angaben eines Versicherungsmaklers hat dieser vor einer Woche versucht, der Assapp über einen Gerichtsvollzieher Post zustellen zu lassen. Dieser berichtete, dass „Vollstreckungsmaßnahmen leider nicht mehr möglich sind. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt, die Geschäftsräume sind geschlossen und geräumt, das Mietverhältnis sei beendet. Laut Auskunft des Insolvenzgerichts Karlsruhe (G2 IN 750/13) liegt ein Eigenantrag zwecks Durchführung eines Insolvenzverfahrens vor, zum Gutachter wurde das Anwaltsbüro Ernestos in Mannheim bestimm“. Soweit die Information des Gerichtsvollziehers, die procontra vorliegt. 

Services funktionieren nur noch teilweise

Immerhin die CRM-Funktionen funktionierten noch, bestätigen einige Anwender. Andere Anwender geben an, sie könnten etwa seit einer Woche nicht mehr auf ihre CRM-Daten zugreifen. Andere Services wie eine so genannte E-Post-Funktion funktionieren nach übereinstimmenden Angaben der Makler nicht. Mit diesem zentralen Werkzeug sollten Makler zum Beispiel Adressänderungen des Kunden über das Assapp-Portal direkt an die Versicherer leiten können.

Nach Angaben eines Maklers wurde hierfür eine Eirichtungspauschale und Jahresgebühr von etwa 200 Euro für zwei Nutzer abgebucht. Das diese Funktion Kosten nach sich zieht, war aus seiner Sicht im einstigen Vertrag nicht ausreichend transparent dargelegt. procontra konnte diese Erfahrung zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit einem Verantwortlichen der Assapp klären. Das Geld sei nun zwar abgebucht worden, aber der Dienst funktioniere nicht. Außerdem berichten zwei weitere Makler, E-Post sei ihnen unaufgefordert und unbestellt in Rechnung gestellt worden. 

Inzwischen gibt es auch eine „Warn-Information“ von Makler Udo Heidemann aus Werther. Demnach hat er seit 23. August keinen Zugriff auf seine CRM-Daten. Außerdem berichtet auch er von einer Abmahnung, weil er seine Vermittlernummern nicht im Assapp-System erfasst habe: „Wer dies nicht mitmachen wollte, musste die gebührenpflichtige Version der Software nutzen“, schreibt Heidemann. Seinen Angaben zufolge war die gebührenfreie Software-Nutzung möglich, weil viele Versicherer die seiner Ansicht nach gute Idee und Technik von Assapp finanziell unterstützen würden. So zitiert Heidemann Aussagen des Unternehmens und schreibt in seiner „Warn-Information“ abschließend „Bitte geben Sie diese Warnung an alle Maklerkollegen weiter“. 

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Foto: assapp

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