Verbotene Liebe bei der Vergütung

| Berater | Top News von Stefan Terliesner

Neue Forderung für ein Nebeneinander von Provisions- und Honorarberatung. Beide Vergütungsmodelle besäßen ihre Berechtigung und sollten parallel angeboten werden können.

Die Diskussion um unterschiedliche Vergütungsarten in der Finanzbranche ist auch mit der Verabschiedung des Honoraranlageberatungsgesetzes nicht beendet. Denn unverändert wird auf EU-Ebene daran gearbeitet, Regelungen zu schaffen, nach denen sich nur Honorarberater unabhängige Berater nennen dürfen. Die Brüsseler Hartnäckigkeit vor Augen hat Plansecur, eine Unternehmensgruppe für Finanzplanung und Vermittlung im Maklerstatus, jetzt für ein „gleichberechtigtes Nebeneinander“ von Provisions- und Honorarberatung ausgesprochen.

Plansecur-Geschäftsführer Johannes Sczepan hält es für falsch, die Qualität einer Beratung an der Art der Honorierung festmachen zu wollen. Seiner Meinung nach „entsteht Beratungsqualität aufgrund von Fachkenntnis, ehrlicher Einstellung und Wertschätzung des Kunden.“ Die Beratung im Interesse der Kunden sei bei einer Vergütung durch Provisionen ebenso gewahrt wie die Kostentransparenz.

Beide Vergütungsformen zahlt der Kunde
Was häufig übersehen werde: Beide Vergütungsformen zahle der Kunde – das Honorar direkt an den Berater, während die Provision im Wege des Sammelinkassoverfahrens von den jeweiligen Produktgesellschaften beim Kunden eingezogen und an den Berater weitergeleitet werde. Aufgrund der weitgehenden Informationspflichten, die der Berater dem Kunden gegenüber erfüllen müsse, erfahre jeder Verbraucher auch bei der Provisionsvergütung, welche Kosten ihm bei der Vermittlung eines Finanzprodukts entstehen.

Sollte eines Tages die Beratung gegen Honorar als alleinige Vergütungsform verpflichtend eingeführt werden, besteht nach Ansicht des Plansecur-Geschäftsführers die Gefahr, dass vielen Menschen eine Finanzberatung vorenthalten bliebe. Als Beispiel könne man den Beratungsbedarf einer jungen Familie mit zwei kleinen Kindern nehmen, die eine Absicherung ihrer Risiken benötigt und einen Hauskauf plant. „Es darf meiner Meinung nach nicht sein, dass diese Familie erst sparen müsste, um sich eine Honorarberatung leisten zu können, die sie aber wegen einer sich bietenden Kaufgelegenheit umgehend bräuchte“, sagt Sczepan.

Seite 2: Warum das Provisionsmodell auch eine soziale Komponente hat

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