Lücken in der Rente

Top News Ruhestandsplanung von Eike Schulze

Als Ausgangspunkt für die Altersvorsorge ermitteln Berater zumeist die zu erwartende Rentenlücke. Die gängigsten Rechenmethoden dafür hat sich procontra jetzt einmal ganz genau angesehen. Welche bietet ein realistisches Bild der Nettorente?

Die Altersrenten der BfA bilden seit jeher die tragende Säule der Altersversorgung von Angestellten, so die gängige Auffassung. Tatsächlich ist dies schon heute nicht mehr ausreichend der Fall. Die Altersbezüge der Rentner schrumpfen, dies wird gerade bei den Erstbeziehern deutlich. Es klafft eine Versorgungslücke, die ihre Ursache unter anderem in den Rentenberechnungen hat, auf die auch viele Vermittler zurückgreifen. Die Rente im Alter ist meist geringer als gedacht.

Die BfA bringt die Wahrheit ans Licht
Wie die deutsche Rentenversicherung bekannt gab, bekamen zum Stichtag 31. Dezember 2013 rund 17,7 Millionen Menschen eine Altersrente. Die durchschnittliche Rentenhöhe liegt laut BfA bei 766 Euro, wobei es zwischen West und Ost sowie zwischen den Geschlechtern Unterschiede gibt. Ein Westrentner bekam 1.003 Euro (Ostrentner: 1.096 Euro), eine Westrentnerin 512 Euro (Ostrentnerin: 737 Euro).

Die Ursache liegt in den zwischen West und Ost differierenden Erwerbsbiografien. Im Osten war beispielsweise der Anteil der arbeitenden Frauen deutlich höher als im Westen. Der entscheidende Knackpunkt ist allerdings, dass der Durchschnittswert bei den Rentenbeziehern sinkt.

Für neu eingetretene Rentenfälle wird für das Jahr 2013 nur noch ein Durchschnittswert von 737 Euro ausgewiesen. Er weicht deutlich von dem des sogenannten Eckrentners ab. So wurde hier für westdeutsche Rentner für das Jahr 2014 eine gemittelte Rente von 1.287,50 Euro ausgewiesen, für den Ostrentner von 1.187,50 Euro.

Selbst wenn hier noch die Krankenversicherung abgezogen wird – dadurch verringert sich die Lücke um etwa 100 bis 150 Euro zum tatsächlichen Auszahlungsbetrag –, verbleibt immer noch eine Differenz von 400 bis 500 Euro monatlich zwischen Modellrente und den tatsächlichen Rentenleistungen.

Seite 1: Es bestehen Lücken in der Rente
Seite 2: Der Eckrentner hat ausgedient
Seite 3: Verschiedene Modelle im Test 
Seite 4: Bierdeckel, Kriebel, Abweichler
Seite 5: Das Fazit der Vergleichsanalyse


Illustration: Roman Kulon

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare