Häuslebauer: Notarkosten steigen

Sachwerte Top News von Markus Rieksmeier

Am 1. August steigen die Notargebühren für Privatleute um bis zu 35 Prozent. Diese erste Gebührenerhöhung seit 1987 soll die Rechtsanwendung vereinfachen und Anreize zur Mediation setzen. Wer noch im Juli beurkunden lässt, spart viel Geld.

Kurz vor der politischen Sommerpause hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung 40 Gesetze abgesegnet. Darunter das Kostenrechtsmodernisierungs-Gesetz, mit dem neben den Rechtsanwaltsgebühren auch die Notar-Honorare neu geregelt werden. Die letzte Gebührenanpassung für Notare geht auf das Jahr 1987 zurück.

Bei Privatleuten wirkt sich das neue Kostenrecht zum Teil erheblich aus. Nach Berechnungen der Rechtsanwalts- und Notarkanzlei Kümmerlein aus Essen steigen die Kosten beim Eigentümerwechsel eines Einfamilien-Hauses ab 1. August von heute etwa 1.100 auf rund 1.300 Euro. Diese Notarkosten entsprechen einem so genannten Gegenstandswert von 400.000 Euro. Muss der Notar bei demselben Hauskauf außerdem die Ablösung einer Grundschuld beurkunden und durchführen, steigen die Gebühren um gut 35 Prozent: von 2.300 auf fast 3.200 Euro.

procontra hat den Heidelberger Kapitalanlage-Experten Hans-Peter Wolter zu seiner Einschätzung des wirtschaftlichen Hintergrundes befragt: „Die letzte Gebührenerhöhung liegt zwar schon 25 Jahre zurück. Allerdings sind die Einnahmen der Notare seitdem wegen gestiegener Gegenstandwerte dennoch gestiegen“. Wolter verweist auf erheblich gestiegene Vermögenswerte der so genannten Erbengeneration: „Wer vor 25 Jahren 500.000 Euro zu vererben hatte, der hat bei nur 2 Prozent Wertentwicklung heute über 820.000 Euro zu vererben“.

Gegenüber dem Deutschen Notarverein sagte Bundesjustizministern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, das neue Kostenrecht diene der „Stärkung der außergerichtlichen Mediationstätigkeit durch die Notarinnen und Notare“. Notare seien ihrer neutralen Stellung wegen zur Mediation besonders geeignet. Das geltende Kostenrecht kenne hierfür jedoch bisher „keine sachgerechte Gebührenregelung. Zu den erwarteten realen Auswirkungen etwa für den Immobilienmarkt noch einmal Hans-Peter Wolter: „Ich gehe weiterhin nicht davon aus, dass sinnvolle geschäftliche Entscheidungen künftig von Notargebühren abhängig gemacht werden. Wer kaufen will, der wird auch künftig kaufen“.

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com


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