Anleger flüchten aus Pimco-Fonds

Investmentfonds von Rainer Kreuzer

Der bislang erfolgsverwöhnte „Anleihe-König“ Bill Gross muss seit Ende Mai herbe Niederlagen einstecken.

Der weltweit größte Rentenfonds Pimco Total Return kämpft mit Performanceeinbrüchen und Rekordabflüssen, seit dem US-Notenbankchef Ben Bernanke eine Drosselung der Anleihekäufe in Aussicht gestellt hat. Innerhalb der beiden Monate Mai und Juni haben die Anleger rund elf Milliarden US-Dollar aus dem nun rund 275 Milliarden schweren Fonds abgezogen.

Auch die anderen Fonds des zum Allianz-Konzern gehörenden Vermögensverwalters leiden unter enormen Abflüssen. Sämtliche US-amerikanische Fonds verloren im Juni zusammen die Rekordsumme von 14,5 Milliarden Dollar. Entsprechende Pressemeldungen wollte Pimco-Sprecher Jochen Hägele in München weder bestätigen noch dementieren. Die Zahlen basierten auf Schätzungen des Investmentanalysehauses Morningstar, sagte Hägele. Pimco selber veröffentliche erst im August die Zahlen über die Zu- und Abflüsse im zweiten Quartal.

Von der Bernanke-Rede am 22. Mai war Bill Gross besonders schwer getroffen worden. Sein Total Return Fonds verlor noch stärker als die Benchmark. Im Juni brach der Kurs um 2,9 Prozent ein: der größte Monatsverlust seit September 2008. Diesmal war Gross offenbar von der positiven Konjunktureinschätzung der US-Notenbank Fed überrascht worden. „Die Konjunkturprognose der Federal Reserve, die für die Panik um eine Reduzierung der Anleihenkäufe verantwortlich war, ist viel zu optimistisch“, schreibt er auf seiner Homepage und bittet seine Anleger um Treue. „Geraten Sie nicht in Panik“, appelliert der Star-Manager. „Das Schiff der Anleihenmärkte ist nicht im Begriff unterzugehen. Rechnen Sie in Zukunft mit niedrigen, dennoch aber positiven Erträgen.“

Foto: Bill Gross, Pimco

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