Versicherer müssen mit Maklern zusammenarbeiten

Berater von Gloria Ballhause

BGH-Entscheidung: Versicherer dürfen den Schriftverkehr mit bevollmächtigten Maklern nicht ablehnen.

Versicherungen müssen mit Maklern korrespondieren. Das geht aus einer aktuellen Entscheidung des Bundes-gerichtshofes (Az. IV ZR 165/12) hervor. Geklagt hatte ein Versicherungskunde, der einen Makler beauftragte, seine Versicherungsangelegenheiten zu regeln. Ein Versicherer aus Münster weigerte sich jedoch, den Schriftwechsel mit dem bevollmächtigten Makler zu führen. Dies begründete das Unternehmen damit, grundsätzlich nicht mit Maklern zusammenzuarbeiten. Die Richter lehnten diesen Einwand ab. „Das ist eine deutliche Ansage des BGH an diejenigen Versicherungen, welche den ausdrücklichen Willen ihrer Kunden missachten, sich qualifiziert vertreten zu lassen“, sagt der prozessführende Fachanwalt Norman Wirth.

Aus Sicht der Richter ist es nicht ausschlaggebend, dass ein Versicherer allein über einen Ausschließlichkeitsvertrieb sein Geschäft abwickelt und kein Neugeschäft über Makler annimmt. Dies spiele nur eine Rolle, wenn der Makler einen Courtageanspruch an den Versicherer habe.

Die Richter schränkten in ihrer Entscheidung die Korrespondenzpflicht gegenüber Maklern ein:  Im Einzelfall kann der Schriftverkehr zwischen dem Versicherer und dem Makler als unzumutbar eingestuft werden. Laut der Rechtsanwaltskanzlei Wirth-Rechtsanwälte sei dies etwa der Fall, wenn für die Versicherer ein „erheblicher Mehraufwand“ durch die Korrespondenz entstünde oder nur eine begrenzte Vollmacht vorliege.

Der BGH verwies den Fall an die Vorinstanzen, um feststellen zu lassen, ob diese Einschränkungen vorliegen. „Wir gehen davon aus, nun auch in Münster zu gewinnen“, so Rechtanwalt Wirth.

Foto: Norman Wirth

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