§ 34f: Was passiert mit den Bestandsprovisionen?

Berater Top News von Matthias Hundt

Noch wenige Tage bis der §34f verpflichtend wird, um auch weiterhin Kapitalanlagegeschäft zu generieren. procontra fragte Maklerpools, ob sie die Bestandsprovisionen trotz fehlender Erlaubnis weiterzahlen.

Noch gut eine Woche haben Berater Zeit, um die Erlaubnis nach §34f zu beantragen. Wer dies nicht tut, darf ab 1. Juli keine Kapitalanlagen mehr vermitteln. Aufgrund der Vielzahl der Anträge erwirkte die DIHK kürzlich eine Fristverlängerung beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Diese gilt bis Ende des Jahres, wenn laut DIHK der Gewerbetreibende bis spätestens 1. Juli 2013, einen vollständigen Antrag auf Erteilung der §-34f-Erlaubnis einschließlich der erforderlichen Versicherungsbestätigung, gestellt hat. 

Die Bestandsprovisionen aus den vermittelten Kapitalanlagen sorgen bei vielen Maklern und Vermittlern für ein regelmäßiges Einkommen. Doch werden diese Provisionen von den Maklerpools, über die das Geschäft eingereicht wurde, auch weitergezahlt, wenn die Erlaubnis ab 1. Juli seitens des Poolpartners nicht vorhanden ist?

procontra stellte genau diese Frage den Pools/Verbünden. Die Antworten dürften Vermittler freudig stimmen. Alle sind bestrebt, die Bestandsprovisionen auch nach dem Stichtag weiterzuzahlen, auch wenn der Partner den §34f nicht vorweisen kann. Doch ein Teil der Branche ist skeptisch. „Gerade die großen Pools wie BCA, Jung DMS & Cie. oder Fonds Finanz dürften mit attraktiven Einsparpotenzialen liebäugeln“, meint etwa Matthias Wiegel, ehemaliger Vertriebsvorstand verschiedener Versicherer und der UBS Global Asset Management. Fakt ist, dass diese und andere Pools enormes Geschäft aus Kapitalanlagen in ihren Beständen haben, das künftig als „unbetreut“ gilt, wenn der einstige Vermittler den §34f nicht innehat. Doch die großen Pools wollen weiterzahlen, sofern es die Gesetzesgrundlage erlaubt (siehe Aussagen Seite 2).

Rein theoretisch könnten Pools den Maklern ohne §34f ab Juli die Courtagevereinbarung außerordentlich und damit fristlos kündigen. In dieser Vereinbarung wäre dann auch der Kundenschutz geregelt. „Wir haben mit unseren Partnern eine Zusatzvereinbarung geschlossen, dass wir die Kunden nicht aktiv werblich ansprechen“, sagt Martin Steinmeyer, Vorstand und Gesellschafter, der Netfonds AG. Entsteht beim Kunden jedoch Beratungsbedarf, zum Beispiel bei einem Fonds-Switch, so muss der Pool für eine Betreuung sorgen und den Kunden an einen anderen Berater abgeben. Und damit wäre er auch nicht mehr verpflichtet, die Bestandsprovision für das einstige Vermittlungsgeschäft zu zahlen. Bei etwa 0,5 Prozent gezahlter Bestandsvergütung und Milliarden an Beständen, würden die Pools viel Geld einsparen.

Seite 2: Wie die großen Pools agieren wollen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare