Kita-Fonds geht an den Start

Beteiligungen & Sachwerte von Gloria Ballhause

Die Beteiligungsbranche hat eine neue Nische entdeckt: Anleger können erstmals in den Bau von Kindertagesstätten investieren.

Kita-Plätze sind rar gesät. Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes fehlten im März 2012 etwa 220.000 Kita-Plätze. Hinter diesen Zahlen steht das Ziel, bis zum 1. August dieses Jahres insgesamt 780.000 Kita-Plätze zu schaffen. Ab diesem Zeitpunkt haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren.

Dass die Wirklichkeit hinter diesem Anspruch weit zurückbleibt, belegen nicht zuletzt die Zahlen der Statistiker. Wo eine hohe Nachfrage ist, entsteht jedoch auch ein Markt. Anbieter von geschlossenen Fonds haben diesen Markt nun für sich entdeckt: Das Frankfurter Emissionshaus Habona Invest hat den ersten Kita-Fonds aufgelegt. Anleger können damit erstmals in den Bau von Kindertagesstätten investieren. Wie das Frankfurter Emissionshaus in der vergangenen Woche mitteilte, hat die Platzierungsphase des Habona Kita Fonds 01 offiziell begonnen.

Laut Kurzprospekt soll mit den Anlegergeldern der Bau von etwa 15 Kindertagesstätten finanziert werden. Dafür will Habona Invest 15 Millionen Euro Eigenkapital einwerben. Dem Prospekt zufolge beträgt das Fondsvolumen insgesamt etwas mehr als 39 Millionen Euro. Über eine Laufzeit von 11 Jahren prognostiziert Habona Invest den Anlegern Ausschüttungen von 5 Prozent im Jahr.

Nischeninvestment Kita-Fonds

Ob die Beteiligungsbranche nun verstärkt Kita-Fonds auflegt, ist jedoch noch nicht abzusehen. Nach einer Analyse der Ratingagentur Scope gehören Kita-Fonds zu den Nischenfonds, vergleichbar mit Pflegeimmobilienfonds oder Investitionen in Studentenwohnheime. Scope zufolge zeichnen sich die Nischenangebote zwar durch eine relativ hohe Konjunkturunabhängigkeit aus.

Allerdings sei den Investments durch die Art der Immobilien strukturelle Grenzen gesetzt: „Generell lassen sich Fonds mit Nischenimmobilien nur in vergleichsweise kleinen Volumnia auf den Markt bringen“. Bei Büroobjekten werde dagegen leicht ein Investionsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro erreicht, so die Scope-Analysten.

Foto:© Goran Bogicevic - Fotolia.com

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