Frust über GKV treibt Bürger in Zusatzpolicen

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Die Menschen sind mit dem Leistungsumfang der GKV unzufrieden - Kranken-Zusatzversicherungen gewinnen an Zulauf. Gefragt sind Zahnersatzpolicen, aber auch Vorsorgeprodukte und Pflegeergänzungsversicherungen.

Arbeitnehmer in Deutschland sind unzufrieden: Die Behandlungsqualität der gesetzlichen Krankenkassen stellt sie nicht zufrieden. „Das momentane System der gesetzlichen Krankenversicherung ist nur unzureichend auf die demografischen Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Das nehmen vermehrt auch die Versicherten wahr“, sagt Sybille Siefer, Leiterin des Beratungsbereichs Benefits-Brokerage bei Towers Watson Deutschland. Das Beratungsunternehmen hat eine Studie zu dem Bedarf an Gesundheitsleistungen gemacht. Demnach sind über 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer davon überzeugt, dass eine Kranken-Zusatzversicherung künftig unverzichtbar wird.

94 Prozent der Befragten sind sogar bereit, selbst finanziell aktiv zu werden. Bedarf besteht theoretisch an Zahnersatzpolicen, aber auch nach Vorsorgeprodukten und Pflegeergänzungsversicherungen. 67,1 Prozent halten Kranken-Zusatzversicherungen für ein probates Mittel, um Lücken im Leistungskatalog der GKVzu schließen. Die gefragteste Zusatzversicherung ist die Zahnersatzpolice - über 50 Prozent besitzen bereits eine. Von den Befragten, die noch keine Zahnersatzversicherung abgeschlossen haben, planen über 72 den Abschluss innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Die Bereitschaft, für regelmäßige Vorsorgeleistungen privat zuzuzahlen, ist stark angestiegen. Mehr als 68 Prozent der deutschen Arbeitnehmer planen den Abschluss einer entsprechenden Zusatzversicherung innerhalb der nächsten zwei Jahre. „Das Gesundheitsbewusstsein in Deutschland steigt immer weiter“, kommentiert Miguel Perez, Experte für betriebliche Krankenversicherungen bei Towers Watson Deutschland, die Ergebnisse. „Doch die Angebote der gesetzlichen Krankenversicherungen werden offenbar als lückenhaft wahrgenommen, sodass die Befragten die Notwendigkeit sehen, selbst aktiv zu werden.“

Die Absicherung des Pflegerisikos hat für die Befragten eine hohe Priorität: Über 54 Prozent der Personen planen in den nächsten zwei Jahren eine entsprechende Police abzuschließen. Die deutschen Arbeitnehmer sind stark interessiert an einer Bezuschussung von Gesundheitsleistungen durch den Arbeitgeber. „Die Studie untermauert die Ergebnisse der Towers-Watson-Studie zur Arbeitnehmerperspektive auf Altersversorgung und die bAV: Heutige Mitarbeiter denken langfristig und machen sich um Vorsorgethemen wie Finanzierung des Ruhestands und Gesundheitsvorsorge Gedanken“, sagt Siefer.


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