Versicherer verpassen Nachhaltigkeitstrend

Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Die Versicherer verlieren den Anschluss an einen wichtigen Wirtschaftstrend, meinen die Berater vom Consultingunternehmen Steria Mummert. Denn viele Versicherer ignorierten das Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet unter anderem: Ressourcen schonen, soziale und demographische Aspekte im wirtschaftlichen Handeln berücksichtigen. Jedes zweite Versicherungsunternehmen in Deutschland ist blind auf dem Auge der Nachhaltigkeit. Das ergab der „Managementkompass Nachhaltige Wertschöpfung“ des Beratungsunternehmens Steria Mummert Consulting. Versicherungen gehören als Branche zum Schlusslicht in Sachen Nachhaltigkeit.

Die Versicherer laufen Gefahr, den Anschluss an einen der wichtigsten aktuellen Wirtschaftstrends zu verlieren, heißt es bei Steria Mummert. „Soziales und ökologisches Engagement ist längst ein relevanter Wachstumsfaktor. Das gilt auch und gerade für die Versicherungsbranche“, sagt Ronald Mentzl-Heitmann, Insurance-Experte bei Steria Mummert Consulting. Ein Grund: Durch den demographischen Wandel in Deutschland sinkt die Zahl der Berufsanfänger, die als Erstkunden für die Assekuranzen besonders attraktiv sind. Junge Menschen achten heutzutage verstärkt auf Nachhaltigkeit. Demnach sind auch auf Nachhaltigkeit zugeschnittene Produkte nachgefragt.

„Versicherer, die Nachhaltigkeit ignorieren, verlieren damit ein besonders attraktives Kundensegment“, sagt Mentzl-Heitmann. Bei der Hälfte der Versicherungen scheint diese Botschaft noch nicht angekommen zu sein. Laut den befragten Fach- und Führungskräften garantiert nur jede zweite Versicherung die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards. Produkte mit nachhaltigen oder ökologischen Merkmalen bietet sogar nur jede dritte an, so ein weiteres Ergebnis des „Managementkompass Nachhaltige Wertschöpfung“.


Foto:© alphaspirit - Fotolia.com

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