CS Euroreal: Postbank muss für Falschberatung zahlen

Investmentfonds von Oranus Mahmoodi

Die Postbank habe einen Hamburger Anleger falsch beraten und muss deshalb 98 Prozent des entstandenen Schadens ersetzen. Einem Anleger wurde in 2010 noch empfohlen, Anteile am offenen Immobilienfonds CS Euroreal zu erwerben.

Der Anleger hatte geklagt wegen der Abwicklung des Fonds kurz nach dem Kauf der Anteile im Wert von 50.000 Euro in 2010. Dabei musste der CS Euroreal bereits im Oktober 2008 erstmals seine Tore für die Anleger schließen und die Rücknahme der Anteilscheine aussetzen. Mitte des Jahres 2009 öffnete er wieder, allerdings war nur für kurze Dauer. Eine erneute Schließung des CS Euroreal wurde im Mai 2010 verkündet. Seither ist der CS Euroreal geschlossen.

Der betroffene Anleger hatte knapp zwei Monate zuvor Anteile am CS Euroreal erworben. Die Berater der Postbank hatten ihm das empfohlen. Der Anleger klagte: Schließlich schlossen die Parteien am 18. Januar 2013 einen gerichtlichen Vergleich am Landgericht in Hamburg. Das erzielte Ergebnis entspricht, ohne entgangenen Anlagegewinn und unter Berücksichtigung der erhaltenen Ausschüttungen, eine Quote von 98 Prozent.

Beim CS Euroreal waren rund 200.000 Kapitalanleger mit mehr als sechs Milliarden Euro beteiligt. Der offene Immobilienfonds befindet sich seit dem 21. Mai 2010 in Abwicklung. „Auch Anleger, die ihre Anteile weiter halten, werden deutliche Verluste realisieren“, meint der Hamburger Anwalt Peter Hahn, der den CS-Euroreal Anleger vertritt. Anleger, die den entstehenden Schaden nicht hinnehmen wollen, könnten Schadensersatz gegen die beratende Bank und, oder die Kapitalanlagegesellschaft geltend machen, rät der Jurist. „Grundlage dafür ist eine mögliche Falschberatung oder eventuell fehlerhafte Angaben im Prospekt“, so Hahn weiter.

Foto: © oro2011 - Fotolia.com

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