Maschmeyers AWD wird ausradiert

Panorama von Oranus Mahmoodi

AWD-Eigentümer Swiss Life will den Namen von Carsten Maschmeyers Lebenswerk ändern. Derweil hat der verrufene Unternehmer seine Maschmeyer Group aufgebaut, die er von Hannover aus steuert.

Maschmeyers Gründungswerk wird bald nicht mehr AWD genannt werden. Der AWD-Eigentümer Swiss Life hat zum 27. November eine umfassende Reorganisation angekündigt - intern. Einen Tag später möchte Swiss Life die Ergebnisse veröffentlichen. Nach Information des "Handelsblatts" sollen alle AWD-Mitarbeiter ihre Handys abgeben, damit vorab nichts nach außen dringen kann. Die AWD Holding soll mit der deutschen Niederlassung der Swiss Life fusionieren. Swiss-Life-Manager werden wohl AWD-Manager ersetzen.

Vor vier Jahren hat Swiss-Life die AWD für etwa eine Milliarde Euro übernommen. Die Schweizer versprachen sich eine deutliche Steigerung des Neugeschäftsvolumens - welche ausblieb. Analysten sprachen von einem Fehlkauf. Der Umsatz im vergangenen Jahr lag bei 561 Millionen Euro, das Ebit betrug nur sieben Millionen Euro - die Swiss-Life-Manager hatten etwa das doppelte erwartet.

Zudem verzehren Prozesskosten den Gewinn. Die prozessierenden Anleger belasten auch das Image von AWD.  Die Akquise neuer Kunden ist damit schwierig. Auch Berater fühlen sich eher abgestoßen von dem Finanzdienstleister. Die Zahl der Berater sinkt immer weiter. Das Management steht nach Angaben des "Handelsblatts" schon fest: Klaus Leyh (bisheriger Chef Swiss Life Deutschland), Manfred Behrens (bisheriger Chef der AWD Holding, seit 2004 bei Swiss Life), Wilhelm Schneemeier (bisher Risikovorstand Swiss Life Deutschland), Tilo Finck (Finanzchef Swiss Life Deutschland), Falko Knabe (bisher Vorstand der AWD-Tochter Tecis) sowie Martin Jünke (Finanzvorstand AWD).

Foto: Swiss Life

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