AWD wird zu Swiss Life Select

Versicherungen von G.B.

Nun ist Schluss: Der Finanzvertrieb AWD ist Geschichte. Der Mutterkonzern Swiss Life benennt den in Verruf geratenen deutschen Vertrieb in Swiss Life Select um. Bis 2015 sollen beim AWD bis zu 300 Stellen wegfallen.

In den Medien wurde seit langem darüber spekuliert, was Swiss Life mit AWD vorhat. Ab 2013 heißt der Finanzvertrieb nun Swiss Life Select. Das gab das Unternehmen am Mittwoch offiziell bekannt. Swiss Life will zudem die deutschen Vertriebsorganisationen unter einem Dach zusammenführen. Nach Konzernangaben werden durch die Zusammenführung bis 2015 zwischen 300  und 400 Stellen in Deutschland und der Schweiz gestrichen. In Deutschland seien voraussichtlich 300 Stellen betroffen. Dafür will Swiss Life auf natürliche Fluktuationen, Ruhestandsregelungen und einen internen Stellenmarkt zurückgreifen, heißt es in der Mitteilung.

Mit der Umbenennung ziehen die Schweizer die Konsequenzen aus den schlechten Geschäftszahlen des Finanzvertriebs. Der Konzern musste einräumen, dass das Geschäft seiner AWD-Gruppe deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Swiss Life schreibt den Wert seiner Tochter um 576 Millionen ab, teilte der Konzern weiter mit. Vor allem das Geschäft in Osteuropa geht offenbar nicht voran. „Wir müssen selbstkritisch anerkennen, dass wir die Wachstumsmöglichkeiten in Osteuropa und Österreich überschätzt hatten“, begründet der Konzern die Neubewertung seines Tochterunternehmens. Zudem verordneten die Schweizer der AWD-Gruppe einen vollständigen Rückzug aus Ungarn und der Slowakei.

Im Jahr 2007 hatte Swiss Life den Finanzvertrieb AWD für 1,2 Milliarden Euro von Unternehmensgründer Carsten Maschmeyer gekauft. Maschmeyers Vertrieb kommt seitdem nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Hunderte Anleger warfen dem AWD vor, ihnen finanziell nachteilige Produkte verkauft zu haben und klagten auf Schadenersatz. 


Foto: Swiss Life

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