Wasch mich...

Investmentfonds von Robert Krüger-Kassissa

...aber mach mich nicht nass. Der „Kaugummibegriff“ Nachhaltigkeit krankt an Beliebigkeit – ein seit Jahren kritisierter Umstand. Darunter leiden auch nachhaltige Geldanlagen. Eine neue, medial viel beachtete Studie hat dieses Manko erneut auf den Punkt gebracht und die seit Jahren schwelende Kontroverse angeheizt.

Der Journalist Jochen Bettzieche hat in seiner Kurzstudie „Von ethischen Maschinenpistolen und ökologischem Uranabbau“ im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen die Portfolios von zehn nachhaltigen Aktienfonds untersucht. Durchleuchtet wurden der Dexia Sustainable World, DNB Global SRI, Liga Pax Cattolico Union, Öko-Aktienfonds, Ökoworld Ökovision Classic, Pioneer Funds – Global Ecology, Postbank Dynamic Vision, Sarasin Oekosar Equity, Swisscanto Portfolio Funds Green Invest Equity A und Triodos Sustainable Equity Fonds. „Die Auswahl basierte in einem ersten Schritt auf dem Fondsvolumen. Es wurden die größten in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen, global anlegenden Fonds ausgewählt. Zudem sollten möglichst verschiedene Nachhaltigkeitsansätze Berück­sichti­gung finden, verwenden zwei Fonds die Daten der gleichen Nachhaltigkeitsratingagentur, wurde nur der größere berücksichtigt“, erklärt Bettzieche seine Auswahlmethodik.
Der Autor untersuchte dabei die Fonds in puncto Investitionen in Unternehmen aus den Bereichen Atomkraft, Öl & Gas, Rüs­tung sowie Kraftfahrzeuge und Nutzung der Finanzinstrumente Derivate, Swaps und ähnlicher Konstruktionen. Darüber hinaus eruierte er, wie die jeweilige Fondsgesellschaft mit Fragen zu kritischen Unternehmen im Portfolio umgeht.

Atomkraft, nein danke?
Jeder der zehn untersuchten Fonds hat zum Zeitpunkt der Untersuchung in den Bereich Atomkraft investiert. Insgesamt 77 der 731 Unternehmen, in die investiert wurde, beschäftigen sich auf die eine oder andere Art mit der Kernenergie. Jedoch schließen DNB, Postbank und Dexia Atomkraft generell nicht aus, so dass sie mit den Atomaktien nicht gegen ihre eigenen Vorgaben verstoßen haben.

Öl, Waffen, Autos
Bei Öl & Gas das gleiche Bild. Alle zehn Fonds sind investiert (insgesamt 185 der 731 Unternehmen). Im Bereich Rüstung sind es neun der zehn untersuchten Fonds. Auch hier wurde die gesamte Bandbreite der Definition der Studie abgedeckt: nicht nur Zulieferer für die Branche, sondern auch Hersteller von Waffen, Munition, Panzern, Kampfflugzeugen und -hubschraubern sowie Kriegsschiffen. Nur Ökovision hatte kein Rüstungsunternehmen im Portfolio. In Automobilaktien sind drei Fonds (Ökovision, Sarasin Oekosar Equity und Swisscanto) nicht investiert. Die Fonds, die in Kraftfahrzeughersteller investieren, wählen die Unternehmen laut Eigenauskunft nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien aus. „Die Vielfalt und die wenigen Übereinstimmungen zwischen den einzelnen Portfolios zeigen, dass so gut wie jeder Anbieter dafür einen eigenen Ansatz hat“, so Bettzieche in seiner Studie.

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