Vatikanbank verfehlt Antigeldwäsche-Norm

18.07.2012 | Investmentfonds von Oranus Mahmoodi

Zwar hat der Europarat Fortschritte beim Kampf gegen die Geldwäsche erkannt, zugleich erfülle der Vatikan die internationalen Standards nur in neun von 16 Kernpunkten. Der Expertenausschuss Moneyval beklagt, dass die Kontrolle der Vatikanbank Instituts der religiösen Werte (IOR) unzureichend bleibe.

Papst Benedikt XVI. will den skandalösen Ruf der IOR sanieren. Der Europarat stellt der Bank zwar ein positives Zeugnis aus - allerdings hält das Institut die Hälfte der geprüften Standards nicht ein. „Der Heilige Stuhl hat in sehr kurzer Zeit viel erreicht“, sagt Moneyval gegenüber der internationalen Presse. Weitere Anstrengungen müsstem allerdings erbracht werden, hieß es. Moneyval ist ein Überwachungsgremium des Europarats, der 47 Länder umfasst.

Der Papst ist sehr interessiert an einem guten Image der IOR. Eine der größten Schwachstellen ist laut Moneyval die neue Aufsichtsbehörde AIF. „Die Aufsicht sollte das Recht haben, die Räumlichkeiten der Bank zu betreten und die Herausgabe von Dokumenten zu verlangen. Die AIF scheint nicht genügend Kompetenzen zu besitzen, um ihre Aufgabe zu erfüllen“, heißt es in dem Moneyval-Bericht.

Für den Vatikan ist der Bericht ein Erfolg. Seit der Gründung 1942 haftet der IOR ein schlechtes Image an. Durch die Medien ging eine Affäre aus 1982: Roberto Calvi, bekannt als der Bankier Gottes, wurde ermordert unter einer Brücke gefunden. Warum Calvi sterben musste, ist unklar. Zudem ist intern umstritten, dass sich die IOR gegenüber der Außenwelt öffnet. Zudem ist der Klerus erschüttert über die Enthüllungsaffäre "Vatileaks". Ein Kammerdiener des Papstes soll vertrauliche Informationen an die Presse weitergeleitet haben.

Fotocredit: © Felix Ellrott - Fotolia.com

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