Social Media: Dort sein, wo die Kunden sind

Berater von Martin Müller

Heute gibt es rund 24 Millionen Deutsche bei Facebook. Selbst in den Abendnachrichten wird häufig über Twitter berichtet. Ist das für die Finanz- und Versicherungsbranche wichtig, dort auch präsent und aktiv zu sein? Social Media-Experte Martin Müller erläutert exklusiv für procontra-online die Nutzungsmöglichkeiten von sozialen Netzwerken.

Um diese Frage zu beantworten, muss zuerst geklärt werden, was die persönlichen Ziele im Finanzvertrieb sind. Die Neukundengewinnung ist da oft das erste Ziel, dicht gefolgt von der Kundenpflege und dem Austausch von fachlichen Informationen bis hin zur beruflichen Weiterentwicklung.

XING
XING ist sicher das wichtigste Medium im neuen Business-Web-Zeitalter. Dort wird ein persönliches Profil eingestellt, mit Foto und den Angaben, was man bietet und was man sucht. Nun kann man Kontakte hinzufügen oder sich hinzufügen lassen. Auch die Diskussion in Gruppen ist eine oft genutzte Funktionalität. Das kostet sicher Zeit, mindestens einmal am Tag sollte man reinschauen. Wenn man aber in regionalen Gruppen öfters mal einen aktuellen Artikel schreibt, so gewinnt man Fachkompetenz in den Augen von vielen Lesern. Auch wenn auf die Artikel nicht immer öffentlich geantwortet wird, so werden diese doch meist zahlreich gelesen. Oft kommt Wochen später dann eine persönliche Nachricht von Personen, die sich genau auf die Thematik eines veröffentlichten Artikels beziehen. Auch in Versicherungsgruppen kann man Lesen und Schreiben und dort sogar dann innerhalb der Branche lernen und Online-Reputation gewinnen. Mein Tipp: Moderieren Sie sogar eine Gruppe, aber bitte eine fachfremde. Wenn Sie dann einen Newsletter versenden oder zu einem Event einladen, so sehen alle Empfänger Ihr Foto, Ihren Namen und natürlich auch den Firmennamen und ggf. Ihre Funktion, die Sie im Profil natürlich nach den Vorteilen für die Kunden ausrichten. Ihre Bekanntheit steigt also, auch wenn es sicher Monate oder sogar Jahre dauert, bis Kundenanfragen von fremden Personen kommen. Aber sie werden kommen.

Facebook
Während Sie in XING sicher in erster Linie geschäftliche Kontakte treffen, finden Sie in Facebook mehrheitlich Profile mit privatem Inhalt. Eine gute Möglichkeit, die bestehenden Kunden zu bobachten und sich interessante Neuigkeiten zur Kontaktpflege zu generieren, so z.B. Infos über Urlaub, Familie, Hobbys u.s.w. Es macht sicher auch Sinn, für die eigene Firma ein Facebook-Unternehmensprofil anzulegen, aber da sollte heute noch nicht zu viel Zeit rein investiert werden. Facebook wird zwar immer wichtiger, aber für den beruflichen Alltag in Deutschland ist XING das relevante Portal zur Kundengewinnung.

Whofinance, censum  und Twitter
Wichtig sind auch Kundenbewertungen, die Sie online darstellen können. Als Beispiel seien hier www.whofinance.de oder www.censum.de genannt. Kunden, die bereit sind, ein paar nette Sätze über Sie zu schreiben, können dies dort tun. Auch dort sollten Sie also ein Profil haben und wenn genug Kundenbewertungen zusammen gekommen sind, dann beginnt für Sie Social Media. Dann nämlich können Sie den Link auf die Bewertungen in XING oder auch auf Facebook online stellen und vielen andern Menschen zugänglich machen. Sucht also jemand nach „Finanzberatung“ in Ihrer Stadt, kommt auf Ihr whofinance Profil und erkennt, dass Sie oft und gut bewertet wurden, so lässt eine Kontaktanfrage nicht lange auf sich warten. Diese Links können Sie auch bevorzugt bei www.twitter.com online stellen. Hier sollten Sie sich auf jeden Fall heute schon Ihren Namen und/oder den Namen Ihrer Firma sichern, auch wenn Sie noch nicht direkt mit diesem Medium arbeiten möchten. Die Nutzerzahlen steigen ständig und wenn Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten und die Links auf ihre Profile in anderen Portalen dort kommunizieren, entsteht eine gute Multiplikationswirkung.

Zusammenfassung
Als Finanzmakler sind heute Social Media Aktivitäten nicht mehr zu vernachlässigen. Eine halbe Stunde pro Tag ist sicher das Minimum, die wichtigsten Infos aufzunehmen. Fokussieren Sie sich auf ein, zwei oder maximal drei Portale, die sie aktiv nutzen. Stellen Sie Ihr Profil in max. fünf Portale ein, in denen Sie Kunden vermuten, so dass Sie gefunden werden können. Und nutzen Sie die Portale als ein Werkzeug, welches Ihnen zur Erreichung Ihrer Ziele hilft. Gäbe es Social Media nicht, blieben die Ziele sicher gleich, aber Sie müssten andere Werkzeuge nutzen, wie Sie es in der Vergangenheit getan haben. Wenn Sie mit einer Social Media Strategie arbeiten, dann sind die Ziele sicher leichter zu erreichen. Diese Erfahrung mache ich als Finanzmakler seit fünf Jahren.


Martin Müller ist Finanzmakler bei SOLUT und Inhaber von Müller Consult. Seine Tätigkeit dort umfasst Vorträge und Seminare zum Thema Social Media für Finanzvertriebe und die Veranstaltung  von Business-Networking Events in Köln. Weiterhin ist Martin Müller XING Ambassador Köln und offizieller XING Trainer.


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