Siegel: „Übernahmewelle im Minensektor rollt an“

02.07.2012 | Beteiligungen & Sachwerte von procontra-online

Europäische Banken sollen sich demnächst direkt beim europäischen Rettungsfonds bedienen dürfen. Gedacht ist das Konzept als Entkopplung insolventer Banken von ihren Regierungen. Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer bei Stabilitas, sieht das allerdings vielmehr als Freibrief für die Banken.

Für Martin Siegel wird die neuerliche Rettungsaktion der europäischen Union genauso wirkungslos sein, wie alle bisherigen Rettungspakete auch. Darüber hinaus gehe ein erneuter Impuls für die künftige Goldpreisentwicklung davon aus: „Es ist nur eine Frage der Zeit bis Anleger erkennen, wie sehr ihr Geld wirklich in Gefahr ist. Das Vertrauen in die eingeleiteten Maßnahmen und in unsere Papierwährungen wird zusehends schwinden“, ist Siegel überzeugt. Die Absicherung der Vermögen durch Gold sei dann eine logische Folge, meint Siegel weiter. „Auch jüngst veröffentlichte Zahlen aus China stimmen positiv. Dass das Reich der Mitte im ersten Quartal einen Rekordwert bei Goldimporten verzeichnet, ist für die langfristige Goldpreisentwicklung sehr wichtig und positiv“, unterstreicht Siegel.
    
Insgesamt habe der Goldpreis im Juni ein leichtes Plus von 2,4 Prozent verzeichnen können, während Silber nahezu unverändert geschlossen habe. Im Monatsverlauf sei es jedoch bei beiden Metallen zwischenzeitlich zu heftigen Einbrüche gekommen. „Die private Nachfrage nach physischen Edelmetallen weicht im Juni allerdings komplett ab von der Preisentwicklung“, erklärt der Experte. Während Privatanleger von Februar bis Mai weltweit deutlich weniger physisches Gold und Silber nachgefragt hätten, verzeichneten Edelmetallhändler im Juni Spitzenniveaus. „Bei einzelnen Edelmetallprodukten gibt es bereits wieder Lieferengpässe“, sagt Siegel. Dass die Preise der Edelmetalle trotz einer erhöhten physischen Nachfrage nicht spürbar anziehen, erklärt sich Siegel mit dem Einfluss großer Bankinvestoren an den Terminbörsen, die wohlmöglich zahlreiche Short-Positionen eingingen, um den Preis zu drücken und die Märkte zu beruhigen.

Auch wenn der vergangene Monat für die Aktien der Minengesellschaften erneut nicht erfreulich verlief, sieht Siegel zurzeit wieder viel Bewegung in den Markt kommen. Während sich bis Mai am Markt für Minengesellschaften kaum Übernahmeaktivitäten abgezeichnet hätten, habe sich das Blatt im Juni gewendet. „Die Übernahmewelle rollt jetzt an“, sagt Siegel. Mitte Juni habe zunächst der nordamerikanische Goldproduzent Yamana Gold Inc. ein Übernahmenangebot an die Aktionäre der Silbermine Extorre in Argentinien gemacht. Ende Juni sei dann ein Angebot der australischen St. Barbara Limited an Allied Gold gefolgt. „Sollte es zu dieser Transaktion kommen, würde St. Barbara zum zweitgrößten Goldproduzenten Australiens aufsteigen“, sagt der Marktexperte. Üblicherweise würden nach solchen Angeboten die Kurse der Übernahmekandidaten massiv ansteigen. „Die Tatsache, dass Yamana und St. Barbara Aktionären Preisaufschläge von mehr als 50 Prozent bieten, beweist einmal mehr, wie günstig Minengesellschaften zurzeit bewertet sind“, meint Siegel. Der Markt halte Ausschau nach weiteren Übernahmeoptionen und so wachse auch das Interesse wieder für den Minensektor, ist sich Siegel sicher.

Kommentare

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen



CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken. *

* - Pflichtfeld

Diskutiere mit auf Facebook!

Die procontra-App für Ihr Smartphone

Mehr Kunden? Mehr Verkaufen? - wertvolle Tipps von Vertriebsprofis

Aktuelle Printausgabe

Der S&K-Skandal
Viele Beteiligte machen zweifelhafte Produkte erst zum Vertriebserfolg. procontra übt Systemkritik.