Schuldendilemma alamiert US-Finanzminister

Investmentfonds von Oranus Mahmoodi

Das Euro-Schuldendilemma alarmiert sogar den US-Finanzminister Timothy Geitner, der am Montag kurzfristig nach Deutschland reiste. Geithner hat ein Treffen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), anschließend steht EZB-Chef Mario Draghi auf dem Programm. Notenbank-Chef Draghi hatte erst am Donnerstag gesagt, die EZB werde „alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten“. Er deutete an, dass die EZB wieder Staatsanleihen von Krisenländern aufkaufen könnte, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag).

Mit seiner indirekten Ankündigung zum Kauf von Staatsanleihen habe Draghi "lediglich die Signale von Frau Merkel und den anderen Regierungschefs aufgegriffen, die sie beim Europäischen Rat Ende Juni zwischen den Zeilen überdeutlich formuliert haben", sagte Steinmeier am Freitag zu "Welt Online". "Merkel hat diese Entwicklung mitverursacht und gewollt, um sich jetzt aus der Verantwortung zu stehlen und sie auf die EZB abzuwälzen. Das ist durchsichtig und billig", sagte er. Die Kanzlerin verschweige den Deutschen, dass "über die EZB die Vergemeinschaftung der Staatsschulden erfolgt – ohne jede Konditionierung, ohne jede Auflage".

Derweil verlangt das verschuldete Spanien von der Bundesregierung mehr Solidarität. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei Deutschland in einer weitaus schwierigeren Situation sehr geholfen worden, sagte Europaminister Inigo Mendez de Vigo der "Bild"-Zeitung. Viele Länder hätten zugunsten der Bundesrepublik auf Geld verzichtet. "Das sollte Deutschland nicht vergessen", sagte der Minister.

An den Börsen hat die Solidariätszusage vom EZB-Chef Hoffnungen auf eine Überwindung der Schuldenkrise genährt. Die Aktienmärkte setzten am Freitag ihren Erholungskurs fort. Investoren griffen auch zu Staatsanleihen krisengeschüttelter Staaten wie Spanien oder Italien. Der Euro kletterte zeitweise auf ein Drei-Wochen-Hoch von etwa 1,24 US-Dollar. 

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