Frankreichs Reiche sollen zahlen

04.07.2012 | Panorama von Gloria Ballhause

Frankreich bittet Reiche und Banken zur Kasse. Am Mittwoch verabschiedete das Kabinett unter Führung François Hollandes einen Nachtragshaushalt, inklusive Steuererhöhungen und Sonderabgaben.

Der neue französische Präsident verwirklicht sein Wahlversprechen, Besserverdienende steuerlich stärker zu belasten. Nach Medienberichten kann der französische Staat durch die beschlossenen Zusatzabgaben mit Mehreinnahmen von rund 7,2 Milliarden Euro rechnen. Allein die höhere Besteuerung von Reichen, die ab einem Nettovermögen von 1,3 Millionen Euro fällig wird, soll demnach 2,3 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Die Zusatzabgaben von Banken und Energieunternehmen sollen geschätzte 1,1 Milliarden Euro einbringen.

Mit dem Beschluss fällt für die Franzosen auch eine unter Hollandes Vorgänger, Nicolas Sarkozy, eingeführte Ausnahmeregelung. Bislang waren in Frankreich Überstunden von der Steuer befreit. Hollande nimmt Sarkozys Ausnahmeregelung nun wieder zurück. Dadurch soll noch einmal eine Milliarde Euro in die Kassen der klammen Franzosen fließen.

Frankreich hat die zusätzlichen Mittel bitter nötig. Wie am Montag bekannt wurde, muss Frankreich seine Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich nach unten schrauben. Für 2012 erwarten die Franzosen ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Frankreich könnte seine Haushaltsziele dadurch in diesem Jahr verfehlen, gab der französische Rechnungshof am Montag bekannt.

Fotocredit: ThorstenSchmitt - Fotolia.com

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