Makler: 40 Prozent fühlen sich schlecht betreut

25.06.2012 | Berater von Matthias Hundt

Trends, Missstände, Bedürfnisse – die procontra-Vermittlerstudie 2012 zeigt, wie es um die Zusammenarbeit zwischen Maklern und Versicherern bestellt ist. Teil 1: Maklerbetreuung und Vertriebsunterstützung.

Die Auswertung der diesjährigen procontra-Vermittlerstudie ermöglicht erneut interessante Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Maklern und Versicherern. Dabei gaben die befragten Berater überraschende Erkenntnisse preis. So wird etwa das Thema Soziale Netzwerke im Bereich der Finanzdienstleistung völlig überschätzt beziehungsweise von beiden Seiten noch nicht optimal ausgenutzt. Hier bezeichnen die Berater die gelieferten Mehrwerte der Assekuranzen auf ihren Plattformen als überwiegend gering und messen der ganzen Thematik ohnehin nur eine geringe Bedeutung bei. Eine weitere Tendenz in diesem Jahr sind die zunehmenden Poolanbindungen. Im Durchschnitt arbeitet jeder Makler mit 3,5 Maklerpools zusammen (Vorjahr: 3,1). „Die Anforderungen der Vermittlerrichtlinie sind ohne eine umfassende Einkaufsabteilung für den Makler, vor allem kleinere Maklerbüros, nicht zu leisten. Sie outsourcen diese Leistung an die Pools“, bestätigt Oliver Pradetto, Kommanditist bei blau direkt, den Markttrend, der für ihn einfach eine Notwendigkeit widerspiegelt. Er hält es auch für legitim, dass Makler mehrere Pools ausprobieren und diese für unterschiedliche Einsatzbereiche nutzen. Allerdings prognostiziert Pradetto eine Umkehr dieses Trends mit zunehmender Marktentwicklung.

Der procontra-Vermittlerstudie 2012 liegen 284 auswertbare Antwortbögen zugrunde. Der Rückgang der Teilnehmerzahl (Vorjahr: 411) ist vor allem dem kürzeren Befragungszeitraum (April bis Mai) zuzuschreiben, der in den kommenden Jahren wieder erweitert werden wird.

Erfahren Sie unserer Serie, was die Makler beschäftigt, welche Anbieter sie in einzelnen Versicherungsarten und -sparten favorisieren und in welchen Belangen es in Zukunft für beide Seiten gilt, die Zusammenarbeit zu optimieren.


Kommentare

Eberhard Stopp , 27-06-12 18:51:
Was will uns Herr Winzig sagen? Ziemlich unkonkreter und unsachlicher Beitrag, zumal man nicht weiss, aus welcher Ecke er kommt, sprich was der Schreiber beruflich macht?
Ich gebe zu bedenken, dass es den Beruf Makler, Versicherungsmakler, nicht gibt. Der Makler muss sich also selbst um sein Ausbildung kümmern und auch selbst bezahlen. Ich habe dies über 2 Jahre vom Fachberater, dann Fachwirt, bei der IHK getan, mehr geht nicht. Die VR haben in Ihren Reihen Spezialisten für bestimmte Sparten, der Makler hat den Gesamtüberblick, kann aber nicht jedes Detaille kennen. Ein enge Zusammenarbeit zwischen VR, dessen Maklerbetreuer und Makler bringt beiden Vorteile.
Viele VR sind aber genau dazu nicht bereit, wollen dafür kein Geld ausgeben, kein geeignetes Personal beschäftigen.
Das sind einfach meine Erfahrungen seit 13 Jahren, siehe 1. Beitrag.
Willi Winzig , 26-06-12 17:08:
wer so intensiver Betreuung bedarf , wie dies bei Versicherungsmaklern häufig Fall ist, sollte ernsthaft seine eigene Qualifikation selbstkritisch überdenken.
Die Qualität von Anfragen oder Anträgen nimmt kontinuierlich ab, während das Anspruchsdenken und die (ungerechtfertigten!) Provisionserwartungen steigen.
Es mangelt häufig an grundlegenden Kenntnissen. Die Verantwortung für diese fachliche Unsicherheit wird schlicht den Versicherungen in die Schuhe geschoben, oder provisionsoptimierend an Pools weitergegeben.
Diese Branche bedarf einer deutlichen Verschlankung!
Eberhard Stopp , 26-06-12 15:20:
Stellt sich die Frage, was ist eine bedarfsgerechte Betreuung des Maklers durch den VR? Das Gefühl der Nicht-Betreuung bzw. der mangelnden Betreuung liegt vor allem an der meist von den VR verheimlichten Kriterien der Betreuung. Dabei geht es meistens nach Umsatzgrößen, von denen der Makler aber oft nichts weiss. Weil ja das für den Makler auch keine Rolle spielen sollte, er keine Umsatzvorgaben akzeptieren kann, der VR aber mit bestimmten Umsatzgrößen rechnet. Kommen diese nicht, wird die Makler-Betreuung langsam Schritt für Schritt eingeschläfert, wer sich beschwert erhält die Courtagekündigung (Zurich, Axa, Condor, ). Dabei ist es mit den heute zur Verfügung stehenden techn. Mitteln recht einfach, eine zielgerichtete Betreuung zu organisieren. Im einfachen Privatkundengeschäft geht es oft mit einer ordentlichen Software, Zugang zu Kundendaten durch den VR. Bei gewerblichen Versicherungen benötigt man als Makler oft den MaklerBetreuer vor Ort, um sich das Risiko anzusehen. Hier haben die meisten VR abgebaut, im Osten gibt es fast keine Gesellschaft mehr, die einen Maklerbetreuer auch mal durchs Land zur Risikoanalyse sendet. Zum Nachteil der Makler, der Kunden und der VR. Hier wird am falschen Platz gespart. Die gute oder schlechte Maklerbetreuung ist oft auch vom Leben -Umsatz abhängig, wer hier keine entsprechenden Umsätze bringt, wird auch so behandelt. Wobei sich hier eine getrennte Betreuung für Leben und Sach (Gewerbe) schon anbietet. Die Einstellung der VR zur Maklerbetreuung ist eindeutig (meistens) vom Umsatz abhängig, nicht von der Qualität- Göker lässt grüßen.
Und natürlich auch, ob man vorrangig Makler -oder Handelsvertreter -Vertrieb betreibt. Mit VR, die Strukki -Vertriebe beschäftigen habe ich nie zusammen gearbeitet, was sich als vollkommen richtig erwiesen hat ( siehe Central, Hamburg-M, Ergo, ...AachnerM.). Viele VR wollen auch gern den Umsatz vom Makler haben, aber wenn der gleiche Makler Bestandsübertragungen durchführen will ( mit Courtage) wird gemauert ( Württembergische, Generali, Signal ...) oder in bestehende Verträge per Makler-Vollmacht eingreift, dann stellt man sich bockig. Einiges hängt aber auch einfach vom Engagement des Makler-Betreuers ab.
Es müssen Nettotarife her und gesetzliche Grundlagen der Maklertätigkeit ( keine willkürliche Courtagekündigungen durch VR, Annahme Geschäft auch ohne Courtagevereinbarung, Pflichten VR zur Korrespondenz mit Maklern -siehe Verweigerer LVM) , sowie eine Berufsausbildung Makler , mit Spezialisierungen in Versicherungen, Geldanlagen, Immobilien.
Der Gesetzgeber muss handeln.
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