Provisionsabgabeverbot: AVL gegen BVK

Berater Versicherungen von Gloria Ballhause

Im Streit um das Für und Wider des Provisionsabgabeverbots meldet sich nun auch der Investmentfondsanbieter AVL zu Wort. Die Argumente der Verbände für ein Verbot seien „das Eigentor des Jahres“. „Die Lobbyisten haben deutlich gemacht, dass Kunden von Lebensversicherungen andere Sparten über Provisionen mitfinanzieren“, heißt es in der Stellungnahme.

Besonders scharf kritisiert der Investmentfondsanbieter die Position des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Der BVK hatte in der Diskussion um das Ende des Verbots darauf hingewiesen, dass einzelne Versicherungssparten andere quersubventionieren würden.  „Der BVK räumt selber eine Quersubventionierung des Vertriebes ein. Die hohen Provisionen etwa aus den Lebensversicherungen werden ganz offensichtlich dazu verwendet, die Beratung in anderen Sparten mitzufinanzieren“, meint AVL-Geschäftsführer Uwe Lange. Der Investmentfondsanbieter fordert daher vom Gesetzgeber und von der Finanzaufsicht, diese Praxis sofort zu beenden.

Der BVK hatte anlässlich eines Konsultationsverfahrens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Stellungnahme gegen das Ende des Verbots veröffentlicht. Der Verband befürchtet, dass ein Wegfall des Abgabeverbots wirtschaftlich starke Versicherte begünstigen würde. Diese könnten  Druck auf Vermittler ausüben und Rabatte einfordern. Dies gefährde nach Sicht des BVK die wirtschaftliche Existenz der Vermittler.

Die BaFin prüft derzeit, ob das Verbot aufrecht erhalten werden kann. Die Verbände hatten bis Ende Mai Zeit, ihren Standpunkt bei der Finanzaufsichtsbehörde einzureichen. Der AVL hatte im vergangenen Jahr gegen das Verbot geklagt. Im Oktober 2011 hatten die Richter entschieden, dass das Verbot zu „unbestimmt“ sei und damit eine Neuregelung des seit 1934 geltenden Verbots angemahnt.

 

Fotocredit: Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia.co

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare