SEB stellt Anleger vor Qual der Wahl
04.05.2012 | Investmentfonds von Gloria Ballhause
Am Montag öffnet der SEB Immoinvest nach zweijähriger Schließung für einen einzigen Handelstag. SEB lässt die Zukunft des Immobilienfonds durch die Anleger entscheiden.
Am Montag, den 7. Mai, öffnet der Immobilienfonds SEB Immoinvest für einen Handelstag. Nach zweijähriger Schließung können die Anleger ihre Anteile zurückgeben. Es gilt die Gleichbehandlung aller Anleger. Wenn etwa alle 350.000 Sparer alles zurückgeben, bekommt zunächst niemand etwas. Daher werden die Rückgaben erst dann angenommen, wenn das Geld für die Rückgabe insgesamt ausreicht. Montagabend wird laut Fondsgesellschaft der SEB Immoinvest auf das Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz umgestellt. Gibt es jedoch mehr Forderungen als tatsächlich ausgezahlt werden können, wird der Fonds abgewickelt. Die Frage, was die Anleger dann pro Anteil bekommen, kann noch niemand beantworten.
Insgesamt habe man für die Wiedereröffnung 17 Immobilien verkauft. Rund eine Milliarde Euro seien so zusammengekommen, das sind rund 30 Prozent des Fondsvolumens. „Umso dringlicher bitten wir unsere Anleger, die Alternativen abzuwägen und sich durch einen Verbleib im Fonds zu seiner Zukunft zu bekennen, die an die 23-jährige Erfolgsgeschichte anknüpfen kann. Die einzige Chance eine Auflösung des Fonds mit all ihren Konsequenzen zu vermeiden besteht darin, vom Angebot, den Fonds zu verlassen, mehrheitlich keinen Gebrauch zu machen“, sagt Barbara Knoflach, Vorstandsvorsitzende der SEB Asset Mangement.
Schafft der Fonds den Schritt in die Zukunft, wartet auf die Anleger eine Änderung des Rückgaberechts. Statt täglich ihre Anteile zurückgegeben zu können, ist dies dann nur noch einmal jährlich möglich. „Wir bitten unsere Anleger, diese Maßnahme nicht als Bevormundung oder Einschränkung ihrer Dispositionsmöglichkeiten zu verstehen, sondern als Chance, die den Weg in die Zukunft dieser Anlageform weist und den langfristigen Charakter der Kapitalanlage in Immobilien unterstreicht“, sagt Knoflach.
Der Bundesverband Investment und Asset Management sieht diesen Vorgang gelassen. „Rund 70 Prozent des in offenen Immobilienfonds angelegten Vermögens ist von den Schließungen einiger Produkte nicht betroffen“, sagt Felix Fortelka, ein Sprecher des Verbandes. “Anleger in offenen Immobilienfonds sollten sich von Vorgängen bei den derzeit geschlossenen Produkten nicht irritieren lassen“, sagt Fortelka.
Fotocredit: chnurrli46 / pixelio.de













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