Kreditberatung: Setzen sechs!
15.05.2012 | Berater von Oranus Mahmoodi
Die Kreditberatung bei den Banken ist miserabel. "Finanztest" hat die Beratungsqualität bei Banken ausprobiert. 23 kreditwürdige Männer und Frauen haben bei zwölf Banken jeweils fünf Gespräche geführt. Es ging um einen Kredit über 4.000 Euro. Keine der getesteten Filialbanken erfüllte die Aufgabe. Gerade einmal ausreichend schnitten die Commerzbank und die Berliner Sparkasse ab.
Erschreckend: Den Kreditangeboten fehlten sogar die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen, die dem Kunden einen übersichtlichen Vergleich verschiedener Angebote ermöglichen. Zudem beschädigten einige Bankberater sogar die gute Kreditwürdigkeit der Tester. Sie trugen Falschinformation bei der Schufa ein.
Ebenfalls im Test: Direktbanken, die besser abschnitten als die Filialbanken. Testsieger sind die netbank, SWK Bank, DKB und SKG Bank mit dem Urteil „sehr gut“. Die ING-Diba erreichte nur ein Ausreichend. Die Direktbanken schnitten beim Erstellen von Kreditangeboten deswegen so gut ab, weil die Angebote automatisiert angeboten werden.
Normalerweise muss jede Bank zu einem Kreditangebot die „Europäische Standardinformation für Verbraucherkredite“ individuell für den Kunden ausfüllen und ihm aushändigen. Von zwölf Filialbanken im Test haben die Santander Bank und die Commerzbank das Formular am häufigsten ausgehändigt. Bei den Direktbanken gehört die EU-Standardinformation dagegen automatisch zum Angebot. Leider hat die ING-Diba sie nur allgemein ausgefüllt – es fehlten die Angaben zum konkreten Kredit.
Die Testpersonen sollten ausdrücklich nur ein Kreditangebot verlangen. Die legitime Anfrage bei der Schufa sollte dadurch die dort erfasste Kreditwürdigkeit des Kunden nicht verschlechtern. In elf Fällen ist das aber doch geschehen. Bankberater müssen in diesem Fall für die Schufa-Anfrage das Merkmal „Kreditkonditionen“ nehmen. Finanztest fand aber auch die Merkmale „Anfrage Kredit“ oder „Anfrage Girokonto“. Das hatte für einen Tester gravierende Folgen: Seine Bonität fiel von der zweitbesten Stufe B um sechs Stufen auf H. Bei diesem Testkriterium hat auch eine Direktbank versagt. Die ING-Diba hat mit dem Merkmal „Kredit“ angefragt und auch die Auszahlung des Kredits gemeldet.
Eine Restkreditversicherung zahlt, wenn der Versicherte seinen Kredit wegen Tod oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen kann. Sie macht den Kredit aber teuer und ist nur in wenigen Fällen und bei großen Kreditsummen sinnvoll. Trotzdem beharrten einige Bankberater auf den Abschluß dieser Versicherung. Damit nicht genug: Einige Berater versuchten auch gleich, das eine oder andere bankeigene Spar- oder Anlageprodukt an den Mann zu bringen. Ein Tester verließ die Filiale der Berliner Volksbank sogar mit einem Bausparangebot.
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Kommentare
Die Überschrift irritiert! Kreditberatung? Schuldet die Bank dem Kunden Kreditberatung? Es ist aber fast nur Kreditverkauf!!
Geht der Kunde allein und ohne ausreichenden Vorkenntnisse ( Schufa !!) in die Bank, hat er schon verloren!! Mich wundert, dass nicht man dem Kunden nicht noch ein Riester-Angebot mitgegeben hat!
Aber:
Der Fisch stinkt vom Kopf- ( Vorstände) her!!
Leider glauben immer noch viele Bürger, dass ein schönes Glasgebäude, mit feinstem Marmor, Schlips und Anzug und der gute Duft ein Markenzeichen für faire Beratung und gesetzkonformes Arbeiten ist.
Da man an den Zinsen nicht mehr so viel Gewinn hat ( 25 % Eigenkapitalrendite müssen sein-Ackermann !) werden massenweise Restschuldversicherungen gleich mit verkauft. Meist unter dem Nachdruck, Kredit gibt es nur mit Restschuldversicherung!!
Ein mir bekannter Kunde hat dafür die stolze Summe von 2 657 €, 564 Bearbeitungsgebühr, bezahlt, für 16 169€ Netto-Kredit, bei 13,92 % Zinsen....Dresdner Cetelem-Bank-4-2010! Dafür gibt es aktuell wohl nur ein passendes Wort: Abzocke.
Die miserable „ Bankberatung“ ist seit Jahren bekannt!
Ganz "lustig" wird es dann, wenn man als Makler von verschiedenen Anbietern bezüglich Geldwäschegesetz " belehrt " und diese Unterlagen / Programme von den Banken kommen.
Und was tut der Staat, der Gesetzgeber? Er sieht zu und beschäftigt sich mit dem § 34 F GewO. Und der Begrenzung der Provision bei Vermittlung von privaten Krankenversicherungen! Gant wichtig!!!!
Oder ist es doch so: Die, die die Macht haben, haben nichts zu sagen, die das SAGEN haben, sind offiziell nicht an der Macht?