Honorarberatung contra Provisionsvergütung

Berater von Gloria Ballhause

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisiert die geplante Förderung von Honorarberatern, diese fordern wiederum mehr Wettbewerb. Mit einem Leitantrag beschloss der BVK in seiner Hauptversammlung die Festigung des Provisionssystems. Damit reagiert der Verband auf ein im vergangen Jahr veröffentlichtes Eckpunktepapier.

In dem Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher fordert das Ministerium von Ilse Aigner eine Neuregelung und Förderung des Berufs. Seit der Veröffentlichung gibt es Unruhe im Lager der Vermittler. Durch die Förderung der Honorarberater werde die Arbeit der Vermittler in ein falsches Licht gerückt, sagt Christoph Gawin, Pressereferent des BVK. „Nicht der Versicherungsschutz steht nun im Vordergrund, sondern allein die Verdiensthöhe der Vermittler“, sagt er.

Der Verband der Versicherungskaufleute bringt verschiedene Argumente vor. „Es wird so sein, dass die Honorare der Berater höher sein werden als manche Prämienzahlungen für eine Versicherung. Das führt zu einer Verunsicherung der Verbraucher und wirkt sich negativ auf die Arbeit der freien Vermittler aus. Ganz abgesehen davon, dass mit den derzeit 240 registrierten Versicherungsberatern gar nicht flächendeckend beraten werden kann“, sagt Gawin.

Die Honorarberater halten dagegen. „Das sind immer die gleichen Argumente, die vorgebracht werden“, sagt Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbunds Deutscher Honorarberater (VDH). Die Verunsicherung der Kunden sei überhaupt nicht groß. Außerdem werden auch nicht viele Menschen durch die Honorarberatung vom Versicherungsschutz fern gehalten. „Das ist ein Ammenmärchen. Nach unseren Erfahrungen sind die Kunden sehr wohl bereit, für eine Dienstleistung zu bezahlen, wenn sie am Ende gut beraten werden“, sagt Rauch. Auch das Argument, dass Kunden mit geringem Einkommen sich die Honorarberatung nicht leisten könnten und dann vor jedem Versicherungsschutz zurückschrecken würden, weist Rauch zurück. „Die meisten Menschen haben ab einem gewissen Alter nicht nur eine Haftpflichtversicherung, spätestens mit der Altersvorsorge suchen die Menschen unabhängige Beratung“, sagt Rauch.

Für Rauch sind die Anstrengungen des BVK wenig überzeugend. Mit der Gründung des Vereins  „Ehrbare Versicherungskaufleute“ in der letzten Woche, wolle der Verband das Image der Vermittler aufpolieren. „Das ist nichts anderes als eine Facebookseite, bei der mal eben jeder unterschreiben kann“, sagt der Chef des Beraterverbunds. „Im Gegensatz dazu werden Honorarberater, die unsere Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, von einem Wirtschaftsprüfer überprüft“, sagt Rauch.

Denn unabhängig aller Querelen über Qualitäten, gebe es für Berater wie für Vermittler existenzielle Nöte. „Die Kernfrage ist: Was erhalte ich für meine Leistung? Man hat ausgerechnet, dass ein einfacher Vermittler auf einen Stundensatz von 40 Euro kommt“, sagt Rauch. „Wenn ich mit all meinem Wissen zum Beispiel als Finanzanlagenvermittler selbständig bin, ist dieser Stundensatz noch angemessen?“, fragt Rauch.  „Die Courtage ist das Problem“, fügt er hinzu. Schlussendlich werde das Nebeneinander von Honorarberatern und freien Vermittlern zu viel mehr Wettbewerb führen. Der Markt werde auf jeden Fall größer, so Rauch. 

Fotocredit: Petra Bork  / pixelio.de

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