Hamburgische Seehandlung auf Flussfahrt
10.05.2012 | Beteiligungen & Sachwerte von Oranus Mahmoodi
Der Nischenmarkt Flusskreuzer gilt als Erfolg versprechende Alternative zu Investitionen in den Schiffsmarkt. Die Wachstumsraten liegen bei der Flusskreuzschifffahrt über denen des Welthandels. Anfang Mai hat die Hamburgische Seehandlung den Flusskreuzer Isar von einer niederländischen Bauwerft auf Fahrt geschickt. Drei Fonds mit sechs Flusskreuzern hat die Firma bisher aufgelegt.
Der Schiffsmarkt steht unter einem schlechten Stern. Handelsschiffe, wie Containerfrachter, wurden zu einem ungünstigem Zeitpunkt, in zu großer Menge und mitten in der Finanzkrise bestellt und stehen unbenutzt in den Reedereien. „Diesen Überhang muss man noch abbauen“, sagt Thomas Ritter, der Geschäftsführer der Hamburgischen Seehandlung, gegenüber procontra online. Containerschiffe sind zwar im Portfolio des Hamburger Emissionshaus, im Bereich Neuimmissionen lässt man die Finger vom Containerschiffsbeteiligungen. „Wir investieren seit 1995 im Kreuzfahrtschiffsbereich, insbesondere in Flusskreuzfahrtschiffe, was aber so gut wie nichts mit Handelsschifffahrt zu tun hat sondern ausschließlich mit Touristik“, erklärt Ritter.
Die Weltwirtschaftskrise habe seinerzeit so gut wie keinen Einfluss auf die Tourismusbranche im Bereich Kreuzfahrt gehabt. „Vorteilhaft in diesem Bereich ist auch, dass der Markt kleinvolumig und überschaubar ist und damit für größere Marktteilnehmer nicht attraktiv“, sagt Ritter. Das schütze die Branche vor nachfragegetriebenen Überhitzungen. Die Tourismusbranche wächst insgesamt. Flusskreuzfahrten werden bald ähnlich beliebt wie Städtereisen. Tourismusexperten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Flussfahrtpassagiere in acht Jahren von einer halben auf eine ganze Million steigen wird.
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