BU: Schlechte Risiken werden kostspieliger

07.05.2012 | Versicherungen von Oranus Mahmoodi

Bei der Berufsgruppeneinstufung gibt es eindeutige Gewinner und Verlierer. Das ergab eine Analyse von Morgen & Morgen (M & M) zur Berufsunfähigkeit (BU). Im Rating wurden insgesamt 360 BU-Tarife von 77 Anbietern untersucht. M & M zieht mit Blicke auf die Anbieter eine positive Bilanz: Sieben Anbieter bekamen vom Analysehaus in diesem Jahr erstmals fünf Sternen.

Die Analysten von M & M haben 145 Berufe hinsichtlich der Beitragshöhe und -änderung innerhalb der letzten 1,5 Jahre untersucht. Neben dem Leistungs- und Bedingungswettbewerb inzwischen ein noch härterer Wettbewerb um die „guten“ Risiken, also risikoarme Berufe, statt. Der härteste Wettbewerb wird über den Preis geführt. „Gewinner sind ganz klar die Berufe mit dem geringsten Risiko. So zahlt unseren Auswertungen nach ein Notar beispielsweise für einen 5-Sterne-BU-Tarif mit 1500 Euro BU-Rente monatlich nur um die 50 Euro. Während ein Dachdecker für eine gleichwertige BU-Rente mit über 200 Euro richtig tief in die Tasche greifen muss“, so Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von M & M.

Berufe, denen schlechte Risiken anhaften sind durchschnittlich teurer geworden. Diese „schlechten“ Berufsgruppen, also Berufen mit einem hohen Risiko berufsunfähig zu werden, kommen oftmals erst gar nicht durch die Antragsprüfung. Die Betroffenen sind auf alternative Invaliditätsprodukte angewiesen. „Die BU ist nach wie vor die Königsdisziplin unter den Produkten der Arbeitskraftabsicherung, für „schlechte“ Berufsgruppen wird sie sich aber einem harten Wettbewerb mit alternativen Absicherungen stellen müssen“, sagt Schinnenburg.

 

Bildquelle: © Frog 974 - Fotolia.com

Kommentare

E.Stopp , 16-05-12 10:47:
Den beiden Kommentaren kann ich nur zustimmen! Die Ablehnungsquote liegt bei ca. 30 %, wo durch Ausschluß der Vorerkrankung, Risikozuschlag oder Komplettablehnung durch den VR, der Kunde dann letztlich keinen BU -Schutz erhält, bzw. diese Angebote ablehnt. Aber den Vorwurf muss man der Politik machen, denn die Gesellschaften sind Ihren Eigentümern verpflichtet, nicht den Kunden. Das neue VVG war ein Chance des Gesetzgebers, auch die Anbieter in die Pflicht zu nehmen und sowohl Definition der BU, als auch zum Bsp. die Versicherbarkeit nach Geburtsjahr bis zum Renteneintritt verpflichtend anzubieten. Auch hier hat der Gesetzgeber geschlampt. Viele junge Kunden erhalten gar keine BU, sobald zum Bsp. eine Depression, Rückenleiden ( Krankenschwester, Altenpfleger, Bauarbeiter ..) oder auch Allergien auftreten. Der Gesetzgeber hat hier durch den Ausschluß dieser Personen aus dem gesetzlichen BU – Schutz für eine massive Benachteiligung vorerkrankter Kunden gesorgt. Hinzu kommt dann noch die vollkommen intransparente Datenspeicherung durch die VR (HIS) und die Weitergabe der Daten an andere VR. Der Kunde hat praktisch auf Jahre keine Chance BU – Schutz zu erhalten. In bestimmten Bereichen (Handwerker) sind die Prämien auf Grund des ständig sinkenden Nettoeinkommens unbezahlbar.
Das Problem ( bei den jungen Bürgern, die in der Rentenversicherung nicht mehr BU -versichert sind) kann nur der Gesetzgeber lösen, denn er hat es auch geschaffen.
T.Krosse , 13-05-12 12:06:
Schlechte Risiken werden immer teurer und die Antragsprüfung immer schärfer. Das Image der Branche wird auch dadurch verschlechtert. Die"Rosinenpickerei" ist vielleicht leicht übertrieben, dennoch muss ich vielen Handwerkern erklären, dass bei seinem Gehalt keine Absicherung der Berufsunfähigkeit möglich ist. Vielleicht sollten die Rating Agenturen Versicherer einen extra Stern geben, die noch bezahlbaren Schutz für Risikogruppen anbieten. :redface:
Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich.com , 08-05-12 12:34:
Für viele Berufsgruppen ist es mittlerweile fast schon unmöglich, sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten zu können. Und wenn sie dann mal bezahlbar wäre, schafft es der Betroffene nicht durch die Aufnahmeprüfung. Meiner Meinung nach Suchen sich die Versicherer leider nur die Versicherten mit gutem Versicherungsrisiko heraus, leider sehr zum Nachsehen der Verbraucher, die eine BU aus beruflicher Sicht sehr gut gebrauchen könnten.
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