CS Euroreal bricht ein
21.05.2012 | Investmentfonds von Gloria Ballhause
Der Untergang der offenen Immobilienfonds geht weiter: CS Euroreal steht vor dem Aus. Eine Blitzöffnung scheitert. Die vorab gesammelten Verkaufsorders waren zu hoch. Die Abwicklung des Branchenflaggschiffs wurde noch vor dem regulären Annahmeschluss der Anteilsrückgaben von Credit Suisse bekannt gegeben. Bis Montag 17 Uhr konnten die Anleger ihre Anteile zurückgeben.
Die immerhin auf 27 Prozent aufgestockten Barreserven des rund sechs Milliarden schweren Fonds reichen nicht aus, um alle Rückgabewünsche der Investoren auszuzahlen. Das gab Credit Suisse am Nachmittag bekannt. Damit wird nach SEB Immoinvest nun ein weiterer offener Immobilienfonds abgewickelt. Das genaue Abstimmungsergebnis der Anleger ist nicht bekannt. Laut dem Credit Suisse Management überstiegen die Rückgaben die Nettoliquidität des Fonds deutlich.
Vom 9. Mai bis 17 Uhr am heutigen Montag konnten die rund 200.000 Anleger ihre Anteile zurückgeben. Offenbar saß den Anlegern die vorausgegangene zweijährige Sperre des Fonds in den Knochen, so dass sie die einzige Möglichkeit zur Flucht ergriffen. Das Fondsmanagement muss nun die 99 zum Fondsvermögen gehörenden Immobilien mit einem aktuellen Wert von rund 5,7 Milliarden Euro verkaufen. Erste Auszahlungen soll es bis spätestens Ende 2012 geben. In Folge werden die Erlöse aus den Immobilienverkäufen im halbjährlichen Turnus an die Anleger auszahlt.
Bis 30. April 2017 läuft die Kündigungsfrist des CS Euroreal bei der Bankenaufsicht. Danach geht das Verwaltungsmandat auf die Depotbank über, die die übrig gebliebenen Immobilien verkauft und die Auszahlung der Anleger übernimmt. Ob das Management die Immobilien zum aktuellen Marktwert verkaufen kann, ist fraglich. Gerade auf dem deutschen Markt steht nach dem Abgang von SEB Immoinvest derzeit viel in den Angebotslisten.
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Jan Lanc , 23-05-12 11:41: