Landraub als neue alte Form der Kolonalisierung

11.04.2012 | Buchtipp

Wilfried Bommert beschreibt wie Konzerne immer mehr Land unter sich aufteilen und wirft ein Licht auf die Folgen für die Welternährung.

Das Jahr 2011 bescherte der Welt das zweite Allzeithoch für Lebensmittelpreise in nur drei Jahren, ausgelöst durch Spekulationen an den Nahrungsmittelbörsen. Die Hungeraufstände, die seit 2007 mehr als 25 Länder erschüttert haben, breiten sich aus. Auch wenn der Ruf nach Brot in Tunesien, Ägypten und Libyen nicht an vorderster Front zu hören war, so bildete er doch das Hintergrundgrollen für den Umsturz der Diktaturen.
Wilfried Bommert versucht mit seinem Buch zu zeigen, dass die Ursache für diese Entwicklung das globale Finanzkapital ist, das sich in vielen Ländern der Welt immer mehr Boden einverleibe – mit katastrophalen Folgen für die Welternährung. Immer mehr Menschen würden immer weniger zu essen haben, was durch die steigende Nachfrage nach Biosprit noch verschärft werde.

Die fatalen Konsequenzen dieser Bodenspekulation zu beschreiben ist nicht Bommerts einziges   Anliegen, sondern er versucht auch zu zeigen, wie eine Kehrtwende in der Agrar- und Ernährungspolitik diesen Kollaps verhindern könne. Dabei wendet sie an jeden Einzelnen, der in seinem Konsum- und Essverhalten etwas tun könne, um den diagnostizierten Bodenrausch zu stoppen.

Wilfried Bommert: Bodenrausch. Die globale Jagd nach den Äckern der Welt, Verlag Bastei Lübbe 2012, 384 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8479-0005-4.

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