Gammelig: Zusatzversicherung für Zähne

10.04.2012 | Versicherungen | Berater von Oranus Mahmoodi

Die Versicherungsmakler vom Dießl & Kurth Finanzmanagement haben die Zahnzusatzversicherung der Schweizer CSS Versicherungsgruppe zur besten ihrer Art gekürt. Andere Makler fassen diese Versicherung nur mit spitzen Fingern an. Die Branche ist in heller Aufregung über pro und contra der CSS Zahnzusatzversicherung.

Wenn nach Vertragsschluss mit der CSS über eine Zahnzusatzversicherung eine hohe Rechnung kommt, dann lässt sich der Versicherer Unterlagen vom Arzt kommen. Das bezeichnet Konrad Dießl, Versicherungsmakler bei Dießl & Kurth, als das kleine Manko an dieser Versicherung. Abgesehen davon, erachten er und seine Kollegen diese Zahnzusatzversicherung als die beste auf dem deutschen Markt. „Bei der ersten großen Behandlung geht die Versicherung auf den Zahnarzt zu und prüft, ob etwas verschwiegen wurde“, sagt Dießl gegenüber procontra-online. Andere Versicherer installieren im Bereich Zahnzusatz eine Summenbegrenzung. Es gibt dann im ersten Jahr beispielsweise nur 1.000 Euro, im zweiten weitere 1.000 und so weiter. „Die CSS hebelt das aus. Bei größeren Rechnungen wird nachgeprüft, ob der Zahn schon behandlungsbedürftig war“, so Dießl weiter. Wichtig sei es, zu wissen, dass eine erste Leistungsprüfung durchgeführt wird. „Wenn man da nichts Falsches angegeben hat, hat man keine Probleme“, sagt der Versicherungsmakler.

Dießl und sein Team haben die CSS als Testsieger unter den Zahnzusatzversicherungen erkoren, weil Zahnbehandlungen zu 100 Prozent übernommen werden, sogar mehrmals im Jahr. Nur kritisieren  Versicherungsmakler in den Diskussionsforen, die CSS würde "unheimlich viel nachschnüffeln". Sie vermuten einen Verstoss gegen datenschutzrechliche Vorschriften. „Die CSS Versicherung AG handelt bei der Anforderung der Patientenunterlagen zur Prüfung der Leistungspflicht stets datenschutzrechtlich korrekt. Es ist uns sehr wichtig, dass die datenschutzrechtlichen Vorschriften eingehalten werden“, heißt es in einer Stellungnahme, die procontra-online exklusiv vorliegt. Der Versicherer sei berechtigt, sich bis zum Vorliegen hinreichender Auskünfte auf mangelnde Fälligkeit des Anspruchs auf Versicherungsleistung zu berufen, heißt es weiter.

Dennoch sind einige Makler dermaßen entnervt, dass sie ihren Kunden erst gar keine Zahnzusatzversicherung anbieten. Häufig dauere die Prüfung so lange, dass so mancher Zahn in der Wartezeit vollständig marode ist und bis zur Finanzierung vor sich hingammelt. „Das einzige Argument für eine Zahnzusatzversicherung, das ich nicht vom Tisch wischen kann, ist der Fall eines Unfalls“, sagt Hans Anton Schmidt, Makler im Fairsicherungsbüro. Aktiv bietet Schmidt seinen Kunden keine Zahnzusatzversicherung. 

 

Fotocredit: koja79, Fotolia

Kommentare

Herbert Mössner , 26-04-12 18:23:
Die CSS kann ich mittlerweile als Makler nicht mehr empfehlen. Die Art und Weise wie hier in der Leistungsabteilung (ROLAND Assistance) gearbeitet wird, will ich keinem Mandanten mehr zumuten. Erste Zahnärzte raten bereits ihren Patienten dringend von einem Vertrag bei der CSS ab, weil die bereits bei kleineren Zahnersatz-Rechnungen hier so "unverschämt" nachforschen. Da gibt es vergleichbare Alternativen ohne diesen Ärger.
Martin Kiedrowski , 21-04-12 12:03:
Auch wir können bestätigen, dass die CSS sehr genau prüft und teilweise Versicherungen 6 Monate und länger auf ihr Geld warten. Datenschutzrechtlich sehr bedenklich ist das Begehren des Versicherers, die Patientenakte zu haben. Zahnärzte dürfen diese nicht herausrücken.
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