DIW prognostiziert Aufschwung
05.04.2012 | Panorama von Oranus Mahmoodi
Gute Zeiten für die deutsche Wirtschaft: Diese soll in diesem Jahr um 1,0 Prozent und im nächsten Jahr um 2,4 Prozent wachsen. Dies prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinen „Frühjahrsgrundlinien 2012“. Den Hauptgrund für das Wachstum sieht das DIW vor allem in der positiven Entwicklung der Binnenwirtschaft.
Zum Winterhalbjahr war die Erwerbstätigkeit in Deutschland auf einem historischen Höchststand und die Zahl der Arbeitslosen war so niedrig wie seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr. „Wegen des guten Arbeitsmarkts werden die Löhne kräftig steigen und so den privaten Konsum deutlich antreiben“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner bei der Vorstellung des Gutachtens in Berlin. Fakt ist jedoch, dass im Winterhalbjahr 2011/2012 die deutsche Wirtschaft kaum gewachsen ist. Infolge des Dauerthemas „Schuldenkrise“ war einerseits die Nachfrage aus dem Ausland eher zurückhaltend und auch private Haushalte und Unternehmen haben sich mit Ausgaben eher zurückgehalten. Laut DIW Berlin hat sich die Stimmung jedoch zuletzt in der deutschen Wirtschaft wieder aufgehellt – vor allem, weil eine Eskalation der Schuldenkrise zunächst eingedämmt wurde. Im weiteren Verlauf dürfte die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen. „Die zunehmende Arbeitsplatzsicherheit und vor allem die kräftig steigenden Löhne dürften dieses und nächstes Jahr zu hohen Zuwächsen beim privaten Konsum führen und so die Inlandsnachfrage stärken“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Nach Einschätzung der DIW-Forscher liegt die kräftige Entwicklung des Konsums unter anderem daran, dass die steigenden Löhne auch in den unteren Einkommensklassen ankommen. „Reiche Menschen sparen mehr. Ärmere Menschen verwenden dagegen einen größeren Teil ihres Einkommens für Konsumzwecke“, erläuterte Fichtner. Eine weitere Begründung sieht das DIW in der dürftigen Entwicklung der Konsumausgaben in den letzten zehn Jahren. Diese sorgte dafür, dass die Gewinn- und Vermögenseinkommen viel stärker gestiegen seien als die Lohneinkommen: Wenn die Entwicklung der Löhne in diesem Zeitraum mit der Entwicklung der Gewinn- und Vermögenseinkommen Schritt gehalten hätte, hätte die Sparquote um bis zu 0,6 Prozentpunkte niedriger gelegen und der private Konsum wäre um bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr höher gewesen, zeigen die DIW-Forscher in ihrem Gutachten.
Foto: Fotolia.de













Kommentare