BU-Schutz immer teurer

24.04.2012 | Versicherungen von procontra

Schlechte Risiken kaum noch versicherbar: Die Berufsunfähigkeits-Versicherer betreiben einen Preiskampf, den sich vor allem Aspiranten mit schlechteren Risiken nicht mehr leisten können, konstatiert das Rating- und Analysehaus Franke & Bornberg.

Die Tendenz über den Preis den Kunden zu gewinnen sollte vermeintlich dem Verbraucher in die Karten spielen. Doch dies trifft auf eine immer kleinere Zielgruppe, vornehmlich die mit guten Risiken, zu. Schlechtere, etwa handwerkliche Berufe, werden hingegen nur gegen einen deutlich höheren Beitrag versichert. Laut Franke & Bornberg hat sich das Prämienniveau für viele körperliche Berufe in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht.

Ein Prämienbeispiel des Analysehauses zeigt die Spanne. Während ein 30-jähriger Ingenieur für eine 1.000 Euro-BU-Rente bis zum Endalter 67 brutto 51,30 Euro pro Monat zahlt, erhöht sich dieser Beitrag bei gleichen Voraussetzungen für die Berufsgruppe um Metzger und Raumpfleger 266,95 Euro. Durch diese Entwicklung gestaltet sich für Makler das BU-Geschäft auch neu. Gute Risiken haben die freie (Preis-) Auswahl, schlechte hingegen bekommen einen Schutz angeboten, den sie sich kaum noch leisten können.

Kommentare

E.Stopp , 24-04-12 10:20:
Das Ergebnis des Bu -Test kann ich bestätigen. Die Ablehnungsquote liegt bei ca. 30 %, wo durch Ausschluß der Vorerkrankung, Risikozuschlag oder Komplettablehnung durch den VR, der Kunde dann letztlich keinen BU -Schutz erhält, bzw. diese Angebote ablehnt. Aber den Vorwurf muss man der Politik machen, denn die Gesellschaften sind Ihren Eigentümern verpflichtet, nicht den Kunden. Das neue VVG war ein Chance des Gesetzgebers, auch die Anbieter in die Pflicht zu nehmen und sowohl Definition der BU, als auch zum Bsp. die Versicherbarkeit nach Geburtsjahr bis zum Renteneintritt verpflichtend anzubieten. Auch hier hat der Gesetzgeber geschlampt. Viele junge Kunden erhalten gar keine BU, sobald zum Bsp. eine Depression, Rückenleiden ( Krankenschwester, Altenpfleger, Bauarbeiter ..) oder auch Allergien auftreten. Der Gesetzgeber hat hier durch den Ausschluß dieser Personen aus dem gesetzlichen BU – Schutz für eine massive Benachteiligung vorerkrankter Kunden gesorgt. Hinzu kommt dann noch die vollkommen intransparente Datenspeicherung durch die VR (HIS) und die Weitergabe der Daten an andere VR. Der Kunde hat praktisch auf Jahre keine Chance BU – Schutz zu erhalten. In bestimmten Bereichen (Handwerker) sind die Prämien auf Grund des ständig sinkenden Nettoeinkommens unbezahlbar. Das Problem kann nur der Gesetzgeber lösen, denn er hat es auch geschaffen.
Es ist wie immer bei Privatisierung:
Die Bürger, die die Hilfe der Allgemeinheit, die Solidarität der Gesellschaft benötigen, bekommen Sie nicht. Das ist bei BU-Schutz so, bei der Krankenversicherung ( in dem man Ihnen den Zugang zur PKV verbaut) und bei der Altersvorsorge.
Ein Fehler des Systems-gewollt?
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