Anleger unterschätzen die Dividende
23.04.2012 | Investmentfonds von procontra
Die DAX-Konzerne schütten kräftig aus. Doch nur wenige Anleger wissen laut einer Studie des Marktforschungsinstituts YouGov vom langfristigen Wert der Dividende.
Laut einer repräsentativen aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov verkennen über 90 Prozent der deutschen Sparer die Bedeutung eines regelmäßigen Dividendenstroms für die Wertentwicklung eines Portfolios. Die Studie, die im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment unter mehr als 1.000 deutschen Anlegern durchgeführt wurde, zeige, dass die meisten Anleger nur auf die Kursentwicklung schauen würden.
Viele Unternehmen haben im vergangenen Jahr hervorragend verdient und beteiligen ihre Aktionäre nun am Erfolg. Allein die DAX-Konzerne schütten 27,5 Milliarden Euro aus. An vielen Anlegern dürfte der Geldsegen aber vorbeigehen. Zwar erwarte jeder zweite von seiner Geldanlage ein regelmäßiges Einkommen. Doch gerade einmal 6 Prozent der Befragten seien sich darüber im Klaren, welch hohen Beitrag die Dividendenrendite - also der Anteil der Ausschüttung am Aktienkurs - am Gesamtertrag eines Aktieninvestments habe.
"Nach zwei Jahren Staatsschuldenkrise und historisch niedrigen Zinsen, steigender Inflation und deutlichen Marktschwankungen suchen viele Anleger Sicherheit und Stabilität. Genau das bieten dividendenstarke Aktien von Qualitätsunternehmen", sagt Andreas Feiden, Geschäftsführer bei Fidelity Worldwide Investment. Doch viele Anleger würden die sich bietenden Möglichkeiten bislang nicht nutzen.
Nur ein gutes Viertel wisse überhaupt, was ein Dividendenfonds ist. Zugleich sei nur jedem Fünften bewusst, dass aktuell die durchschnittliche Dividendenrendite der DAX-Konzerne zwischen 3 und 4 Prozent liege. Zwar glaube ein weiteres Viertel der Anleger, das Ziel eines Dividendenfonds zu kennen, verwechsele die Anlageform de facto jedoch entweder mit Fonds, die in festverzinsliche Anlagen oder Sachwerte wie Immobilien investieren, oder mit normalen Aktienfonds.
Besonders hoch sei das Wissensdefizit unter Frauen: Laut Studie kennt jeder dritte Mann das Konzept eines Dividendenfonds, bei den Anlegerinnen ist es nur jede Fünfte. "In Deutschland schütten die DAX-Konzerne gerade Rekordsummen aus. Aber kaum ein Anleger weiß das zu schätzen - obwohl im aktuellen Marktumfeld Dividenden als Einkommensquelle wichtiger sind denn je", so Feiden.
Ermutigend sei immerhin, dass 16 Prozent der Befragten noch in diesem Jahr ein Investment in einen Dividendenfonds planen würden. Dies zeige, dass das Bewusstsein unter Anlegern für das Ertragspotenzial durch regelmäßige Dividendenzahlungen und potenzielle Kursgewinne allmählich wachse. "Wer in Unternehmen mit einer starken Dividendenhistorie investiert, kann sich auch in einem schwierigen Aktienmarktumfeld über regelmäßige Erträge freuen und sich damit ein Polster gegen Inflations- und Kursrisiken schaffen", sagt Feiden.
Fotecredit: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de













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