Sparer verschenken Rendite

12.12.2011 | Investmentfonds von Tina Gilic

Vor dem Hintergrund der EU-Schuldenkrise ist das Sparverhalten der Europäer von Vorsicht geprägt. Beliebteste Anlageform ist das Sparkonto. Das große Sicherheitsbedürfnis geht zu Lasten der Renditechancen. Unternehmensanleihen bieten einen Lösungsansatz.

Das Verlangen nach Sicherheit bei der Geldanlage unter den europäischen Anlegern ist sehr hoch. So war das gering verzinste Sparkonto in den vergangen zwölf Monaten (bis August 2011) das beliebteste Anlageprodukt in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zur Qualität der Finanzberatung der TNS Sofres im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment. Insbesondere die Briten sowie die Niederländer (jeweils 58 Prozent) schätzen das Sparkonto. Gefolgt werden sie von den Polen (51 Prozent) und den Belgiern (49 Prozent).
In Deutschland setzen dagegen nur rund 35 Prozent auf die vermeintlich sichere Form des Sparens. Dennoch ist diese Möglichkeit der Geldanlage unter den deutschen Bundesbürgern beliebter, als direkte Aktieninvestments (31 Prozent), Fondsanlagen (29 Prozent) oder die private Vorsorge (14 Prozent).

„Unter Renditegesichtspunkten ist der hohe Anteil festverzinslicher Spareinlagen wenig zielführend“, meint Kerstin Behnke, Vertriebsleiterin von Fidelity Worldwide Investment. Dabei müssten sich Sicherheitsbedürfnis und Rendite nicht ausschließen. Eine Lösungsmöglichkeit böten Investitionen in gesunde Unternehmen. „Wir haben eine Staatsschuldenkrise, keine Unternehmenskrise. Viele Unternehmen sind hervorragend aufgestellt und werden weiter wachsen. Um ihr Vermögen zu mehren, müssen Anleger sich also deutlich stärker am Wachstum der Unternehmen beteiligen als bislang“, erklärt Behnke. Dies kann durch Unternehmensanleihen oder Aktien und Aktienfonds geschehen. Dabei sollten Anleger beim Aktienkauf nicht nur auf Kursgewinne, sondern auf Gesamtrendite abstellen, rät die Expertin.

Bislang investieren lediglich sechs Prozent der Deutschen in die Anleihen von Unternehmen. Damit ist diese Assetklasse fast genauso beliebt wie Staatsanleihen (5 Prozent), obwohl die Anleihen vieler Unternehmen heute deutlich höhere Renditen und mehr Sicherheit versprechen, als die Anleihen so mancher Staaten. „Die meisten Anleger vernachlässigen die Rendite und damit das entscheidende Kriterium, um Vermögen langfristig zu vermehren. Umso wichtiger ist es, Anleger bei der Zusammenstellung des Portfolios zu unterstützen. Hier kommt Produktanbietern und Beratern eine wichtige Rolle zu – vor allem mit Blick auf die steigende Rentenlücke und das niedrige Zinsniveau“, so Behnke.

Fazit der Studie:
Anleger sollten bei der Geldanlage den Kapitalerhalt in den Vordergrund rücken und die Zinsempfindlichkeit ihrer Portfolios niedrig halten. Darüber hinaus sollten sie Aktien mit möglichst stabilen Dividendenerträgen halten, Unternehmens- und Hochzinsanleihen gesunder Unternehmen beimischen und den Anteil Asiens und der Schwellenländer erhöhen.

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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