Her mit dem Gesetzgeber

Berater von Norman Wirth

Jetzt haben wir schon so viel reguliert und in Gesetze gegossen bekommen. Qualifizierungsanforderungen, Provisionshöhen, Produktinformationsblätter, Dokumentationspflichten und und und. Viel – sehr viel – wurde in der Vergangenheit über die Qualität der Beratung und Vermittlung gesprochen. Und vieles wurde dort regulatorisch in die Wege geleitet. Einiges unnütz und manches sinnvoll.

Aber: Da geht doch noch mehr! Lieber Gesetzgeber, lass uns endlich ernsthaft bei der Produktqualität und Plausibilität der Finanzprodukte ansetzen. Her mit dem verbindlichen Produkt-TÜV! Nicht eine primitive Ampel, wie dies von der einen oder anderen Verbraucherzentrale vorgeschlagen wurde. Nein, am Ende der zertifizierten Produktprüfung muss eine klare, belastbare Aussage über alle relevanten Eckpunkte getroffen sein, für die der Prüfer auch haftet! So, dass sich ein Berater und Vermittler nicht mehr mit jedem Detail befassen muss. Heute wird von den Vermittlern ein Wissen und eine Prüfung der Produkte abverlangt, wie dies eigentlich nur ein Wirtschaftsprüfersteuerberaterrechtsanwalt abliefern könnte. Und am Ende steht immer der Vermittler als Buhmann da, wenn Schrottprodukte den Kunden auf die Füße fallen. Warum sollte die BaFin bei geschlossenen Beteiligungen nur eine sogenannte – nichtssagende – Kohärenzprüfung machen, wenn es auch eine verbindliche Plausibilitätsprüfung sein könnte? Ob nun von der BaFin oder einem privaten Unternehmen – gern rückversichert. Warum soll es keine einheitlichen Standards bei den Versicherungen, etwa über Reduction in Yield, geben, die endlich zu mehr Vergleichbarkeit führen würden? Das sind wirklich relevante Themen für die Verbraucher und nicht die längst totdiskutierte Frage, ob nun ein Honorarberater oder ein Provisionsberatervermittler besser ist. Das soll dann doch bitte der Markt entscheiden – und nicht Frau Aigner mit Steuergeldern, wie in einem Papier aus dem Verbraucherschutzministerium angedacht.

procontra-Kolumnist Norman Wirth

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