Hausdurchsuchung bei BAC

Sachwerte

Razzia beim Emissionshaus BAC. Es besteht der Verdacht auf Untreue und Kapitalanlagebetrug. Bereits im Sommer ging bei der Staatsanwaltschaft Berlin eine anonyme Anzeige ein. UPDATE: Verfahren (3/2014) eingestellt. Mehr dazu im Text.

Am 20. September hat die Staatsanwaltschaft Berlin die Geschäftsräume des Emissionshauses Berlin Atlantic Capital (BAC) und die Privaträume des Managements durchsuchen lassen. Offenbar wird gegen die Gründer der BAC, Stefan Breiten und Nicolaus Weil, sowie Franz-Philippe Przybyl wegen des Verdachts auf Untreue und Kapitalanlagebetrug ermittelt. BAC weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Die BAC Life Trust Fonds sollen Lebensversicherungspolicen nicht an externe Dritte verkauft, sondern über zwischengeschaltete Gesellschaften in andere Fonds eingebracht haben. Bereits vor zwei Monaten wurde der Staatsanwaltschaft Berlin eine anonyme Strafanzeige zusammen mit umfangreichem Material zugeleitet. Aus diesen Unterlagen hatte sich der Verdacht ergeben, dass die von der BAC verbreiteten Erfolgsmeldungen über Verkäufe von Versicherungen lediglich solche Geschäfte betrafen, die auf dem Umweg über zwischengeschaltete Gesellschaften mit anderen BAC-Fonds gemacht wurden. „Nach den uns vorliegenden Dokumenten gibt es dringenden Anlass zur Befürchtung, dass kein einziger Life Trust Fonds jemals auch nur eine einzige Police an einen externen Dritten, also am Markt veräußert wurde“, so der Heidelberger Rechtsanwalt Michael Minderjahn, dessen Kanzlei zahlreiche Anleger der BAC-Fonds vertritt. Den rund 8.000 Anlegern droht aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Fonds ohnehin ein kompletter Kapitalverlust (procontra berichtete).

In einer Stellungnahme wies BAC die Vorwürfe als unbegründet zurück. So würden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausschließlich auf einer Strafanzeige des ehemaligen Managers Oliver Schulz beruhen, von dem sich BAC im Streit getrennt hatte.

BCA war der größte Initiator geschlossener Fonds, die in US-Lebensversicherungspolicen investiert. Die Fonds kauften die Policen, zahlten weiterhin die Prämien und kassierten nach dem Tod der Versicherungsnehmer die Ablaufleistungen. Einige der Fonds gerieten aber in Schwierigkeiten, weil die Versicherungsnehmer oftmals länger lebten als einkalkuliert.

UPDATE (11.03.2014): Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das Ermittlungsverfahren (Az 241 Js 14/12) gegen Stefan Beiten, Franz-Philippe Przybyl und Nikolaus Weil, das im Zusammenhang mit den Life Trust Fonds stand, mangels Tatverdachts gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt.

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