Restschuldversicherung – sinnvoll oder nicht?

Unternehmen Themenseite Ratenkreditmarkt von Beatrix Altmann

Wer einen Kredit aufnimmt, hat die Möglichkeit die Restschuld für den Fall des Todes, Krankheit oder Arbeitslosigkeit abzusichern. Allerdings steht die Versicherung auch immer wieder in der Kritik, unter anderem wegen der hohen Vermittlungsprovisionen.

Macht eine Restschuldversicherung für Kreditnehmer Sinn?

Macht eine Restschuldversicherung für Kreditnehmer Sinn? Foto: Counselling - Pixabay.de

Es klingt erst einmal vernünftig: Wer einen Kredit aufnimmt und Angst hat, in eine Situation zu geraten, die ihm die Rückzahlung unmöglich macht, kann gegen dieses Risiko eine Police abschließen. Der Kreditnehmer ist dann gegen Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Tod abgesichert. In diesem Fall soll die Versicherung einspringen. Die Angst, auf einem Schuldenberg sitzen zu bleiben, ist groß und daher schließen viele die Restschuldversicherung vorsichtshalber ab. Doch eine solche Police kann für Kunden zu einer teuren Falle werden.  

Über Restschuldversicherungen wird nicht nur Positives berichtet. Gerade Verbraucher-schützer sind sie häufig ein Dorn im Auge. Überteuert und lückenhafter Schutz – so lauten zum Teil die Vorwürfe. Denn diese Versicherungen können den Preis für den Kredit deutlich in die Höhe treiben. Kritiker bemängeln vor allem, dass die hiermit versicherten Risiken bereits mit anderen Versicherungen abgesichert sind.  

Generell ist die Idee, die Darlehensraten mit einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit abzusichern, unter Umständen sinnvoll. Vor allen Dingen bei langfristigen Baufinanzierungen und hohen Darlehenssummen. Bei kleineren Ratenkrediten ist eine Restschuldversicherung aber überflüssig und in erster Linie mit hohen zusätzlichen Kosten verbunden.  

Lukrativer Reiz für Kreditinstitute  

Für die Kreditinstitute sind Restschuldversicherungen ein lukratives Geschäft. Zwar sind Kredit und Restschuldversicherung zwei unabhängige Verträge. Die Bank lässt in der Regel dem Kunden die Wahl, ob er zusammen mit dem Kreditvertrag eine Restschuldversicherung abschließen will oder nicht.

Allerdings hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-aufsicht (BaFin) im vergangenen Jahr eine Untersuchung in Auftrag gegeben, wie hoch die Einnahmen dabei für die Banken sind. 24 von 31 befragten Instituten gaben an, große Provisionen zu kassieren. Deren Höhe betrug bis zu 50 Prozent der Versicherungssumme und in einigen Fällen sogar mehr. Die festgestellten Provisionshöhen seien vor diesem Hintergrund ein großer Anreiz für Kreditinstitute, möglichst viele Restschuldversicherungen zu möglichst hohen Prämien zu verkaufen. Pro Jahr werden nach Angaben des Bundesverbands der Verbraucherzentralen rund 300.000 neue Verträge abgeschlossen.  

Ist eine Restkreditversicherung nun sinnvoll?  

Nach Ansicht der Deutschen Kreditwirtschaft ist eine solche Police für Kunden durchaus sinnvoll. Sie sei ein wesentlicher Baustein zum Schutz der Verbraucher und ihrer Angehörigen. Verbraucherschützer sehen in diesen Policen jedoch in erster Linie ein Geschäft für die Banken, bei denen Kunden häufig nicht erkennen können, wie teuer die Absicherung eigentlich ist. Kunden sollten in jedem Fall gut überlegen, ob sie die Versicherung wirklich brauchen. Und: Ob die Versicherung tatsächlich sinnvoll ist, hänge immer vom konkreten Bedarf ab.            

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