Achtung Baustelle: die fünf wichtigsten Versicherungen

Wohngebäude Themenseite von Stefan Terliesner

Eine Wohngebäudeversicherung reicht nicht aus, um sich vor den Risiken zu schützen, die beim Hausbau drohen. Welche Policen für den Eigenheim-Bau geeignet sein können.

Foto: shutterstock.com/Macrovector

Haftpflichtversicherung: Die Deckung muss passen

Eine Haftpflichtversicherung sollte bereits vorhanden sein. Bei einem Hausbau reichen die vereinbarte Deckungssumme und der Versicherungsumfang aber oft nicht aus. Dann ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung notwendig. Die Absicherung sollte mindestens drei Millionen Euro betragen. Hinzu kommt: Selbst bei einem noch unbebauten Grundstück ist der Eigentümer dafür verantwortlich, dass Personen keinen Schaden nehmen. Verzögert sich der Baubeginn, ist der Kauf einer Haus- und Grundbesitzhaftpflicht ratsam. Sie springt zum Beispiel ein, wenn auf vom eigenen Boden ein Baum auf das Nachbarhaus fällt.

Bauherrenunfallversicherung: Stolperfallen lauern überall

Jeder Bauherr kann seine eigene Arbeitskraft in sein Bauvorhaben einbringen. Banken erkennen selbst erledigte Tätigkeiten wie Parkett legen oder Wände tapezieren bis zu einem gewissen Grad als Eigenkapital an. So verbessern sich die Kreditkonditionen. Auch Angehörige und Freunde können zu dieser „Muskelhypothek“ beitragen. Aber: Auf einer Baustelle passiert schnell mal ein Unfall. Wichtig ist daher, alle Helfer bei der Berufsgenossenschaft Bau anzumelden und Versicherungsbeiträge zu zahlen. Der Bauherr selbst und seine Ehefrau benötigen jeweils eine private Unfallversicherung.

Bauherrenrechtschutzversicherung: Gestritten wird fast immer

Ein Hausbau ist ein bedeutendes Projekt, an dem etliche Unternehmen und Personen beteiligt sind – und bei dem es finanziell um große Summen geht. Während dieser Zeit kann es zu Konflikten mit Dienstleistern wie Architekten oder Handwerkern kommen. Muss der Streit vor Gericht ausgetragen werden, schützt eine Bauherrenrechtschutzversicherung vor Mehrkosten für Anwälte oder etwaige Prozesskosten.

Bauleistungsversicherung: Schutz vor Naturgewalten

Ein Hausbau dauert oft mehrere Monate, sodass Bauherren mit extremem Wetter rechnen müssen: Sturm im Herbst, Frost im Winter, Hagel im Frühjahr und Starkregen im Sommer. Falls dadurch ein Schaden am Bau verursacht wird, springt die Bauleistungsversicherung ein. Die Absicherung greift auch bei außergewöhnliche Geschehnissen wie Erdbeben und Überschwemmungen. Je nach Tarif sind auch Schäden durch menschliches Fehlverhalten versicherbar, also zum Beispiel durch Diebstahl oder Vandalismus. Standardmäßig nicht von der Police abgedeckt sind indes Feuer und Blitzeinschläge.

Feuerrohbauversicherung: Extraschutz für Feuer und Blitz

Während der Bauphase schützt die Feuerrohbauversicherung das Objekt sowie die Baustoffe vor Blitzschlag, Brand, Brandstiftung sowie Explosion und Implosion. Darüber hinaus kommt die Police für Folgekosten etwa durch Löschwasser sowie Aufräumarbeiten auf. Falls der Bauarbeiten schon fortgeschritten sind und der Bauherr bereits über eine Wohngebäudeversicherung verfügt, wäre zu prüfen, ob der vereinbarte Leistungsumfang groß genug ist, um auf eine Feuerrohbauversicherung verzichten zu können.

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