Jeder zweite Deutsche wohnt zu Miete

Wohngebäude von Stefan Terliesner

Wohnen in der eigenen Immobilie – für viele Deutsche ist das ein Traum. Und bleibt es auch: Nirgendwo sonst in Europa ist die Eigenheimquote niedriger. Woran das liegt.

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Jeder zweite Deutsche wohnt zur Miete – die niedrigste Eigentumsquote in Europa. Bild: pixabay / PIRO4D

Gut die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland – genauer: 51,8 Prozent – lebt in den eigenen vier Wänden. Das ist die niedrigste Eigenheimquote unter allen 28 EU-Staaten. Den höchsten Anteil der in Eigentumsobjekten lebenden Personen hat Rumänien mit 96,5 Prozent. Dies geht aus der Februar 2017 veröffentlichten Daten von Eurostat hervor (siehe Grafik).
Eine aktuellere Statistik liegt noch nicht vor. Die Eigenheimquote in Deutschland ist seit Jahren leicht rückläufig. Im Jahr 2011 lag der Wert bei 53,4 Prozent. Die Interpretation der Zahlen muss die Wohnqualität berücksichtigt werden. So ist in Rumänien auch die sogenannte Überbelegungsquote mit 49,7 Prozent am höchsten; der vorhandene Wohnraum reicht also für rund die Hälfte der Bewohner nicht aus. In Deutschland beträgt die Überbelegungsquote 8 Prozent.
Nach Meinung des Instituts der deutschen Wirtschaft verhindert eine vorsichtige Kreditvergabe der Banken eine höhere Eigenheimquote in Deutschland. Die Geldhäuser hätten aus den Immobilienkrisen in den USA und Europa vor rund zehn Jahren ihre Lehre gezogen und würden jetzt relativ hohe Eigenkapitalanteile verlangen. Das sei angesichts der gestiegenen Kaufpreise für viele Häuslebauer in spe – gerade in jungen Jahren – eine zu hohe Hürde.

 

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