Anbieter verzichten zunehmend auf Gesundheitsfragen

Risikolebensversicherung von BERND SCHLAGENSETTER

Wer eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, kommt um die Beantwortung von Gesundheitsfragen nicht umhin. Doch immer mehr Anbieter reduzieren diese – die Kunden sollten dabei aber auf die Details achten.

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Wer seine Liebsten oder aber einen Hausbau absichern möchte, ist mit einer Risikolebensversicherung gut beraten. Eine Meinung, die wohl auch die meisten Verbraucherschützer so unterschreiben würden. Das Problem ist dabei allerdings: Nicht jeder, der eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, kann dies auch tun.

Denn die Versicherer haben vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung eine Schranke gezogen, bestehend aus mehreren zu beantwortenden Gesundheitsfragen. Ein umfangreicher Fragenkatalog, vergleichbar mit dem bei BU-Versicherungen, soll dafür sorgen, dass allzu risikobelastete Kunden das Versicherungskollektiv nicht über Gebühr belasten. Sie bleiben im schlimmsten Fall ohne Versicherungsschutz, wenn es besser läuft können sie eine Risikolebensversicherung abschließen, müssen dabei aber Zuschläge und/oder Ausschlüsse in Kauf nehmen.

Die Gesundheitsfragen sind dabei nicht einheitlich festgelegt. Vielmehr entscheidet jeder Versicherer für sich, was und wie er seine potenziellen Kunden fragt. Hier ist in letzter Zeit eine für viele Kunden erfreuliche Entwicklung festzustellen – denn immer mehr Anbieter bieten eine Risikolebensversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Diese sind allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft und meist für junge Leute interessant, die eine Baufinanzierung bzw. ein Hypothekendarlehen absichern möchten. So beträgt das Eintrittsalter für diese Angebote meist 45 Jahre, auch die Todesfallsumme ist begrenzt – allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den Anbietern, in der Spitze wird eine Summe von bis zu 400.000 Euro angeboten. Wichtig ist in der Regel auch, dass der Abschluss des Darlehensvertrages nicht allzu weit in der Vergangenheit liegt.

Kommen die allgemeinen Bedingungen in Frage, gilt es einen Blick auf die vereinfachten Gesundheitsfragen zu schauen, um auch hier böse Überraschungen zu vermeiden. So ist es beispielsweise wichtig, dass die Fragen geschlossen formuliert sind. Beispiel: „Sind in den letzten zwei Jahren folgende Erkrankungen (...) aufgetreten“. Dies ist eine Formulierung, die den Zeitraum klar abgrenzt, der für die Versicherung interessant ist und dem Kunden wesentlich mehr Sicherheit gibt als beispielsweise unbestimmte Formulierungen wie „in der Vergangenheit“. Wer sich bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen Unsicherheit verspürt, sollte sich beim Arzt seine Krankenakte besorgen. Auch kann eine Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern ein geeignetes Mittel sein.

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