Starkes Silber
Der Goldpreis konnte sich durch die schwierigen Sommermonate behaupten. Silber aber entwickelt sich noch besser, so die Einschätzung von Werner J. Ullmann. Der Rohstoffexperte der Investmentboutique ERA Resources, kommentiert die wichtigsten Rohstoffmärkte.
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Der Goldpreis hat angesichts der schwachen Sommermonate in den letzten Wochen zwar leicht nachgegeben (- 5 Prozent), behauptet sich aber trotzdem relativ fest. Noch stabiler verhält sich der Silberpreis, der um etwa 3 Prozent gefallen ist. „Silber baut derzeit eine relative Stärke gegenüber Gold auf. Ein Grund hierfür liegt sicherlich auch darin, dass ein bedeutender amerikanischer Händler seine Short-Positionen in Silber massiv reduzierte“, so Ullmann. Der Abbau der Marktpreismanipulation wiederum spricht langfristig für eine positive Entwicklung des Silberpreises.
Weiterhin prognostiziert Ullmann deutlich steigende Edelmetallkurse im Herbst, dafür sprechen die im Vergleich zu den Vorjahren moderaten Verluste dieser saisonalen Schwächephase. So hat Gold kürzlich erneut die psychologisch wichtige Marke von 1.200 US-Dollar überschritten. „Mittlerweile wird sichtbar, dass die wirtschaftlichen Stimulierungsmaßnahmen langsam auslaufen. Während die USA eine Fortsetzung des „quantitative easing“ signalisiert haben, wird früher oder später auch die europäische Politik diesen Weg der Geldentwertung weiter gehen“, meint der Experte. Dies käme Edelmetallen zugute, wobei der Silberpreis ein besonderes Steigerungspotenzial hätte. Ullmann prognostiziert einen Goldpreis von circa 1.500 US-Dollar und einem Silberpreis von bis zu 25 US-Dollar bis zum Ende des Jahres.
Basismetalle
Basismetalle haben sich im Juli zwar ungewöhnlich gut behauptet, die eingetrübten
Konjunkturaussichten und die nach wie vor hohen Lagerbestände sprechen allerdings nicht dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Lediglich die Entwicklung von Kupfer hat gute Aussichten. Unterstützt wird diese von einem anhaltend festen Wirtschaftswachstum in China und der sich begrenzenden Angebotssituation. „Die Produktion von Kupfer wird in den kommenden Jahren unter Druck geraten, weil viele bestehende Minen dann ausgebeutet sind und neue Vorkommen seltener entdeckt werden“, erklärt Ullmann.
Ölpreis
Analog zu den Basismetallen zeigte sich auch der Ölpreis mit über 80 US-Dollar je Barrel in den vergangenen Wochen ungewöhnlich stark. Doch angesichts trüber Konjunkturaussichten und Katastrophen, wie jene im Golf von Mexiko, die es immer schwieriger gestalten vorhandene Ölvorkommen abzubauen, lässt sich der künftige Ölpreis nur schwer prognostizieren, so Ullmann.
Soft Commodities
Die extreme Dürreperiode in Russland und das zuletzt verhängte Exportverbot trieb die Spekulation beim Weizenpreis maßgeblich. Nachdem dieser zwischenzeitlich seinen 2-Jahreshöchsstand erreichte, deutet der jüngste Preisrückgang nun auf eine Normalisierung hin. „Für andere Getreidearten dürften die Ernteausfälle in Russland langfristig ebenfalls preistreibend wirken, da künftig verstärkt Weizen angebaut wird“, meint Ullmann. Während der Zuckerpreis infolge der guten Ernte in Indien wieder gesunken ist, befindet sich Kaffee der Marke Arabica auf einem 12- Jahreshoch. Auch Potash-Werte haben sich zuletzt positiv entwickelt. Weiterhin sprechen gute Quartalszahlen der Unternehmen und anhaltend positive Rahmenbedingungen für steigende Kurse.
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