Auf Parkplatzsuche
Laut Studie ist er das wichtigste Sparmotiv. Und zu einer strukturierten Vermögensberatung gehört er auch dazu: der so genannte „Notgroschen“. Doch die bewährten Anlageformen offenbarten in der Krise eklatante Schwächen. Wohin also mit dem Polster?
Sicher und liquide. Das sind Merkmale, die eine kurzfristige Geldanlage aufweisen sollte. Instinktiv suchten Berater daher in der Risikoklasse 1 – der sicherheitsorientierten – nach einer Lösung. Als erste Wahl galten da Geldmarkt- und offene Immobilienfonds (OIFs). Doch diese Zeiten sind passé. Die Krise deckte die Schwächen und partielle Intransparenz der beiden Anlageformen auf. Um Geld für Investitionschancen „zwischenzuparken“ oder für den Notfall beiseitezulegen, sollten Berater genauer selektieren und ihren Kunden Alternativen aufzeigen.
Der Geldmarkt zockte, OIFs machten dicht. Das aktuelle Zinsniveau macht es den Geldmarktfonds schwer, Anleger über eine attraktive Rendite zu gewinnen. Diese Abhängigkeit vom Leitzins ist bekannt. Um die Performance dennoch zu heben, engagierten sich einige Geldmarktfonds in Asset Backed Securities (ABS-Papiere). Über diese Verbriefungen kamen dann zum Teil zweistellige Jahresergebnisse zustande. Gemäß dem Dreiklang zwischen Rendite, Sicherheit und Liquidität waren letztere Anforderungen nicht mehr zu erfüllen. Die Volatilität stieg folglich ebenfalls in den zweistelligen Bereich, die Fonds vernichteten Geld. Das sollte ein Notgroschen niemals. „Wir empfehlen nur noch Geldmarktfonds, die sauber und transparent konstruiert sind, also auf ABS- oder ähnliche Risikostrukturen verzichten“, zieht Andreas van Loon von der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Konsequenzen. Dem Kunden muss klargemacht werden, dass ein Geldmarktfonds keine Renditewunder vollbringen kann, ohne dabei von seinem sicheren Pfad abzuweichen. Das sieht auch Hanns Dendorfer von der Fürst Fugger Privatbank so: „Geldmarkfonds müssen zwangsläufig auf riskantere Anlagen setzen, um mehr als den risikolosen Zins zu bieten.“
Erwiesen sich Geldmarktfonds als unsicher, so kamen die offenen Immobilienfonds vor allem dem Liquiditätsaspekt nicht mehr nach. Ein Notgroschen verfehlt ebenso seinen Zweck, wenn das Geld nicht kurzfristig verfügbar ist. So geschehen durch die zahlreichen Schließungen der OIFs. Noch heute sind einige Fonds dicht, Anleger kommen nicht an ihr Geld. Das Einzige, was offenliegt, sind die Konstruktionsmängel. „Der Versuch, eine an sich kurzfristig illiquide Anlageform täglich liquide zu machen, kann als gescheitert betrachtet werden“, bestätigt Dendorfer. Auch van Loon greift heute, im Gegensatz zu früher, nicht mehr auf OIFs als „Parkplatz“ zurück. „Der langfristige Horizont solcher Fonds lässt sich mit der kurzfristigen Verfügbarkeit eines Notgroschens nicht mehr vereinbaren.“ Dazu sei die Lage im Immobiliensektor zu schwer zu durchschauen. Als Alternative gelten kurz laufende festverzinsliche Wertpapiere der Öffentlichen Hand oder bonitätsstarker Unternehmen. Van Loons Ansicht nach ist ein Notgroschen nicht unbedingt nötig, wenn das Portfolio einen entsprechend hohen Anteil von Rentenpapieren der Öffentlichen Hand aufweist. Hier seien Kurzfristigkeit und Sicherheit ausreichend gegeben.
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